Die Unabhängigkeit des Kosovo war notwendig

„Die Mehrheit der EU re­spek­tiert die Sorgen jener Mitgliedstaaten, die den Kosovo nicht aner­kennen.“

Selbstverständlich hätten wir alle uns gewünscht, dass sich Belgrad und Pristina über die Zukunft des Kosovo auf dem Verhandlungsweg einigen. Aber trotz jahre­langer Bemühungen ist das nicht gelungen. Der EU-Spitzenverhandler Wolfgang Ischinger meinte deshalb schon Ende letzten Jahres, der Status quo im Kosovo sei „unhaltbar“, und eine Entscheidung müsse „in sehr naher Zukunft“ getroffen werden, weil sich sonst die Instabilität in der gesamten Region dramatisch erhöhen würde. So hat jetzt der Kosovo den einzig realis­tischen Weg gewählt – jenen in eine Unabhängigkeit unter massiver internationaler Kontrolle. Unter der Führung der EU und der NATO wird insbesondere sicherzustellen sein, dass die Rechte der im Kosovo lebenden serbischen Minderheit geschützt werden. Manche Kommentatoren kritisieren, dass die EU in Bezug auf den Kosovo keine „einheitliche Linie“ habe. Ich bin anderer Meinung. Ich halte es
für richtig, dass die Mehrheit in der EU die Sorgen jener drei bis vier EU-Staaten re­spektiert, die den Kosovo – aus nachvollziehbaren nationalen Erwägungen – wohl noch länger nicht als unabhängigen Staat anerkennen werden.

Viel wesentlicher ist die Einigkeit aller EU-Staaten, dass die EU beim Aufbau des unabhängigen Kosovo eine zentrale Ver­antwortung übernehmen soll. 26 der 27 EU-Länder werden sich an der Kosovo-Mission der EU beteiligen. Das ist solidari­sches europäisches Handeln. So sieht EU-Politik konkret aus! Und Serbien? Für dieses sind die jüngsten Entwicklungen zweifellos sehr bitter und bedrückend. Die heutige demokratische Führung des Landes ist letztlich mit den Folgen einer Politik konfrontiert, die nicht sie selbst, sondern die Diktatur des Slobodan Milosevic verursacht hat. Auf Dauer werden die Wunden der Vergangenheit nur ver­heilen, wenn alle Staaten und Völker des Balkans in der EU unter einem gemeinsamen europäischen Dach zusammen­finden. Für diese Zukunftsvision europäischer Versöhnung wird sich Österreich weiter mit Überzeugung und Geduld ­einsetzen.

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