Die Topgagen der Banker

Die Rekordgagen in der Erste Bank ziehen auch die Gehälter anderer Vorstände nach oben. Mittlere Manager profitieren ebenfalls von steigenden Gewinnen.

Die Veröffentlichung des Gehalts von Erste-Bank-General Andreas Treichl sorgte nicht nur in der Öffentlichkeit für angeregte Diskussionen. Auch viele Vorstände österreichischer Geldinstitute begannen angesichts von Treichls 4,5-Millionen-Euro-Gage für 2004 – inklusive einer Treueprämie von zwei Millionen – zu grübeln.

Der Bonus des Erste-Chefs ist immerhin gute Munition für eigene Gehaltsverhandlungen. So fanden die Topmanager der Raiffeisen Zentralbank (RZB) bei ihrem Aufsichtsratspräsidenten Christian Konrad mit dem Argument Gehör, es könne doch nicht sein, dass die fünf RZB-Vorstände zusammen weniger verdienten als Treichl allein. Worauf sich die RZB-Bosse eine üppige Erhöhung der Bezüge von etwa 25 Prozent aushandeln konnten. Die bringt RZB-General Walter Rothensteiner nun in die Gegend von 850.000 Euro brutto im Jahr, Bonuszahlungen, die bis zu 100 Prozent des Grundgehalts ausmachen können, eingerechnet. Seine Vorstandskollegen verdienen jetzt rund 750.000 Euro.

Die Raiffeisenmannen, wegen der konservativen Genossenschaftsstruktur ihres Sektors bis dato innerhalb der Topliga der heimischen Banker eher unterdurchschnittlich bezahlt, rücken damit fast auf das Gagenniveau der BA-CA vor. „So mancher kann sich beim Andi Treichl bedanken und hat das auch getan“, wird in der Branche gemunkelt. Der renommierte deutsche Berater Roland Berger sagt: „Die Ansicht, dass durch Offenlegung die Gehälter sinken, teile ich nicht. Im Gegenteil: Die Saläre werden steigen, weil gute Manager von der Konkurrenz mit noch höheren Summen abgeworben werden. Wer nicht wechselt, wird sein Gehalt nach oben verhandeln.“

„Unter einer Million Euro Jahresgage schon bald ein Schnorrer.“ Vor allem die Erfolge in Osteuropa, die BA-CA, Erste und RZB jedes Jahr aufs Neue Rekordergebnisse bescheren, haben die Managervergütungen in den Finanzinstituten zuletzt kräftig steigen lassen.

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