Die neuen Superreichen: Von null auf ein paar Milliarden scheinbar im Handumdrehen

Unternehmerkarrieren in den Olymp des Geldadels verlaufen immer schneller und spektakulärer. Wer im vergangenen Jahrzehnt womit groß abgesahnt hat.

Ob sich sein Sex-Appeal verändert hat, seit er rund 200 Millionen Euro schwer ist? Selfmade-Mann René Benko, 29, Hälfte-Eigentümer des auf 300 bis 500 Millionen Euro Firmenwert taxierten Innsbrucker Immobilien-unternehmens Signa, geht am Telefon kurz in sich. Die erste Reaktion vorbeilassen und erst die zweite wählen, lautet das goldene Prinzip. Das haben Benko seine Berater eingebleut, nachdem sich der Aufsteiger mit Neureich-Fetischen wie Ferrari und Superrolex anfangs viel Häme eingehandelt hatte. „In meinem Alter und mit meinem Aussehen muss man noch nicht unbedingt mit wirtschaftlichen Reizen punkten“, formuliert der geschiedene Vater einer kleinen Tochter schließlich. Etwas hölzerner Nachsatz: „Es ist natürlich schon so, dass man durch ein großes Vermögen für eine breitere Gruppe von Frauen interessant wird.“

Das Phänomen, das der aus bescheidenen Innsbrucker Verhältnissen stammende Groß-Investor etwas schüchtern anspricht, ist für den Wiener Wirtschaftspsychologen Erich Kirchler längst wissenschaftlich erwiesen. „Reichen Menschen werden Eigenschaften wie Attraktivität und Potenz in wesentlich höherem Maß zugeschrieben als Durchschnittsverdienern.“ Wodurch eine Spirale ausgelöst wird, in der die Vermögenden im Ansehen ihrer Mitbürger immer weiter nach oben steigen: Denn solche Projektionen steigern das Selbstbewusstsein, was wiederum das Charisma aktiviert.

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