Die Stars der Wiener Börse: Die besten 50 Aktien zum Reichwerden. Sieger: OMV

Im härtesten Bilanztest Österreichs werden die börsennotierten Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft: Wer schafft Mehrwert für seine Aktionäre, und wer vernichtet Kapital?

Über mangelnde Ortsveränderung konnte sich Wolfgang Ruttenstorfer in seiner mittlerweile langen Karriere als Manager nie beklagen. Doch seit etwa einem Jahr ist zu den bisherigen Reisen Bukarest als wichtigste Destination hinzugekommen. Mindestens einen Tag pro Woche verbringen der Generaldirektor der OMV sowie seine Vorstandskollegen in der rumänischen Hauptstadt.

Seit der spektakulären Übernahme der staatlichen Ölgesellschaft Petrom durch die Österreicher im Juli 2004 ist die OMV ihren langfristigen Vorgaben nicht nur näher gekommen, sie wurden mehr als übererfüllt. 2002 gab sich Ruttenstorfer fünf Jahre Zeit, um Raffineriekapazität und Ölfördermenge zu verdoppeln. Nur drei Jahre später pumpt man viermal so viel aus dem Boden und hat die Verarbeitungsleistung mehr als verdoppelt. Die Gewinne erreichen – nicht zuletzt dank hoher Ölpreise – nie gekannte Rekordniveaus, was sich auch im Aktienchart niederschlägt. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Kurs von 90 auf 340 Euro fast vervierfacht, und die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern konnte auf mittlerweile 24 Prozent gesteigert werden.

Die OMV ist der logische Sieger im Shareholder-Value-Test 2004. Doch die Nachfahren der ehemaligen Österreichischen Mineralöl-Verwaltung haben ein Kunststück geschafft, das bisher einzigartig ist: Sie gewannen auch den Langfristvergleich über drei Jahre. „Das unterstreicht den Erfolg unserer Strategie“, freut sich Ruttenstorfer, „denn wir legen es nicht auf eine kurzfristige Maximierung des Aktienkurses an, sondern auf eine langfristige, kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswerts.“ Und genau das wird im Shareholder-Value-Test honoriert.

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