Die Spritzen-Sportler: Betrachtete der ÖSV Doping zu lange als Kavaliersdelikt?

Zumindest einer konnte Dienstag trotz des Dopingskandals rund um die österreichische Langlauf- und Biathlon-Mannschaft Ruhe bewahren: der deutsche Entertainer Harald Schmidt. Während das Gros der in Sestriere anwesenden Journalisten das Österreich Haus belagerten, um dort neueste Nachrichten, Indizien oder zumindest Gerüchte aufzuschnappen, hatte sich Schmidt ins Haus der Schweizer begeben. Der Dopingskandal, so Schmidt, interessiere ihn nicht, er öde ihn regelrecht an: „Es gibt einige, die dopen, und manche werden erwischt. Damit hat es sich auch schon. Ende. Aus.“

Schade für den Österreichischen Skiverband, dass Schmidt in Sestriere nur eine Nebenfigur ist – denn tatsächlich hat der Dopingskandal rund um die Biathleten Wolfgang Perner, Wolfgang Rothmann sowie die beiden Trainer Walter Mayer und Emil Hoch ein gigantisches Ausmaß erreicht.

Vor allem die ausländischen Medien, von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bis zur „Süddeutschen“, von „Bild“ bis zur „Neuen Zürcher Zeitung“, schreiben tagtäglich über den „Doping-Wahnsinn der Ösis“ (Copyright „Bild“), die Razzia im Quartier der österreichischen Biathleten wurde in den Nachrichtensendungen weltweit erwähnt, die deutsche ARD widmete dem Skandal sogar eine Sondersendung im Hauptabendprogramm. Der Imageschaden, der durch diese Affäre der Wintersport-nation Österreich entstand, ist noch nicht abzusehen.

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