Die Schule kann nicht wie eine Firma geführt werden

Die Schulpolitik ist eine Spielwiese für Ideologen. Unstrittig ist aber, dass Österreichs Schulwesen vor großen Herausforderungen steht.

Die Befunde der Wissenschaft sind eindeutig und klar: Im europäischen Vergleich ist Österreichs Bildungswesen vergreist und verkalkt, im bürokratischen Rokoko erstarrt und von Profiteuren umringt. Ebenso eindeutig und klar ist die Bedeutung der Institution Schule: Sie wird heute immer mehr zur letzten Instanz, wo noch intellektuelle, soziale und moralische Kategorien vermittelt werden können.

Das Dilemma dabei ist: Eine pädagogisch gute Schule kann nicht gleichzeitig auch eine ökonomisch billige Schule sein. Die Institution Schule kann nicht wie eine Firma nach dem Grundsatz der Profitmaximierung geführt werden. Ihr Maßstab ist der Beitrag, den sie zum Aufbau einer europäischen Wissensgesellschaft leistet. Kein Kind darf dabei verloren gehen. Ein geteiltes Schulsystem, nach dem Grundsatz des Selektierens aufgebaut, führt – wie die Realität zeigt – zur Selbstreproduktion sozialer Schichten. Wer die Selbstrekrutierung sozialer Schichten als Prinzip der Wahlfreiheit ausgibt, betreibt Heuchelei und fördert nicht den Leistungsgedanken. Der Lehrberuf ist zu einem unterschätzten sozialen Beruf geworden. In der Schule der Wissensgesellschaft müssen Lehrer/innen hoch spezialisiert sein, über ihr Fachbereich hinaus unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Sie brauchen daher umfassende akademische Ausbildung, öffentliche Anerkennung und seelisches Gleichgewicht. Die Kinder sind unsere Zukunft, unsere Schätze. Gestalten wir daher ihren Lebensraum Schule so, dass sie nicht fortwährend entmutigt, sondern in ihren Fähigkeiten bestärkt werden.

Die politischen Voraussetzungen dafür scheinen eigentlich gegeben: Die Industrie braucht besser gebildete Menschen, Sozialdemokraten und engagierte Katholiken brauchen emanzipiertere. Dazu gehören auch die Grünen und das Liberale Forum, die interessante Anregungen eingebracht haben. Die gemeinsame Schule der europäischen Wissensgesellschaft in Österreich einzuführen, wäre ein großes nationales Projekt. Beginnen wir damit, die Zeit des Querflötespielens ist vorbei.

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