Die Penthouse Akte: Fritz Verzetnitsch hat rund 295.000 Euro zu wenig Miete gezahlt

Fritz Verzetnitsch soll noch im Spätherbst der Prozess gemacht werden. Ein Gerichtsgutachten belastet den Ex-ÖGB-Präsidenten schwer: Mit rund 300.000 Euro an zu wenig bezahlter Miete und Betriebskosten soll er der Bawag zur Last gefallen sein.

Fritz Verzetnitsch schwitzt. Obwohl die Temperaturen nun sukzessive fallen, wird ihm immer wärmer. Kein Wunder, denn in der Causa Bawag gehen die gerichtlichen Vorerhebungen gegen den früheren Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) nun in die heiße Phase. Staatsanwalt Georg Krakow verdächtigt ihn seit mehr als einem Jahr, gegen mehrere Paragrafen des Strafgesetzbuches verstoßen zu haben. Die Vorwürfe möglicher Bawag-Bilanzfälschung und Untreuehandlungen gegenüber dem ÖGB sowie der Beihilfe zur Untreue in der Penthouse-Affäre sind unter der Aktenzahl 64 St 39/05d festgehalten. Verzetnitsch – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – drohen bei einer möglichen Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis. „Alle Vorwürfe gegen meinen Mandanten sind haltlos“, sagt Verzetnitsch-Anwalt Georg Schima. „Mein Mandant hat sich strafrechtlich nichts zuschulden kommen lassen.“

Trotz aller Beteuerungen: Die Gewerkschaftsbewegung hat genügend Gründe, um auf Verzetnitsch mächtig sauer zu sein. Immerhin hat der einst mächtige Arbeitnehmerführer ohne Einbindung der ÖGB-Gremien den legendären Streikfonds verpfändet und damit die Existenz des ÖGB komplett aufs Spiel gesetzt, was auch der Hauptgrund für seine Entlassung als ÖGB-Präsident im April 2006 war. Seither läuft ein Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht.

Dort werden nicht nur Verzetnitschs Abfertigungs-, Gehalts- oder Pensionsabfindungsansprüche diskutiert, sondern auch seine luxuriöse Dachgeschoßwohnung in der City. ÖGB-Anwalt Anton Ehm: „Die Umstände rund um die Anmietung des Penthouse stinken zum Himmel.“

Tatsächlich bringt die Penthouse-Wohnung den 62-jährigen Ex-Gewerkschaftsboss zunehmend in Erklärungsnotstand. Denn laut FORMAT-Informationen wird der Staatsanwalt die Wohnungsfrage zum zentralen Thema der in Vorbereitung befindlichen Anklageschrift machen. Staatsanwalt Gerhard Jarosch gegenüber FORMAT: „Eine Anklage ist aus heutiger Sicht sehr realistisch.“

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