Die Klimabilanz von Biotreibstoff ist klar negativ

„Biosprit als Scheinlösung richtet doppelt Schaden an: Umweltzerstörung und keine echte Klimapolitik.“

Selten ist eine politische Maßnahme so schnell in Verruf gekommen wie der Biosprit. Noch vor einem Jahr als wichtige Säule der europäischen Klimapolitik promotet, rücken heute viele wieder davon ab. Der Widerstand ist zu heftig, und die negativen Konsequenzen sind zu alarmierend. Die Steigerung des Biospritanteils hat mit wirklichem Klimaschutz nur wenig zu tun, da die Produktion dieser Treibstoffe alles andere als klimaneutral ist. Derzeit muss etwa alles in Öster­reich verbrauchte Ethanol importiert werden. Dabei werden die bei der Produktion entstehenden Emissionen der Landwirtschaft und nicht dem Verkehr angerechnet. Die Beimischung ist so vor allem ein buchhalterischer Trick, um die CO2-Emissionen aus dem österreichischen Straßenverkehr an die ausländische Landwirtschaft auszulagern. Österreich bessert zwar seine Treibhausgasbilanz auf, das Klima hat aber kaum was davon.

Besonders verheerend ist der Import aus waldreichen Ländern des Südens. Zunehmend werden sehr große Flächen an tropischen Regenwäldern niedergebrannt, um neue landwirtschaft­liche Nutzflächen zu gewinnen. Insbesondere die steigende indonesische Palmölproduktion gehört zu den global größten Umweltproblemen: Die Klimabilanz dieser Treibstoffproduk­tion ist klar negativ, da sowohl das in den Bäumen als auch das in den Torfböden gespeicherte CO2 in die Atmosphäre gelangt. Deshalb wird in der Produktion bis zu fünfmal mehr CO2 erzeugt, als beim Tanken eingespart werden kann. Wenn auch bislang noch kein Palmöl in österreichischen Tanks landet, könnte es bald so weit sein, denn mit den dramatisch an­steigenden Importen und der Ausschöpfung aller anderen Öle wird die Nachfrage nach Palmöl als Ersatz steigen. Eines ist klar. Um echten Klimaschutz zu betreiben, muss man in Österreich beim Verkehr ansetzen. Zum einen müssen die Autos effizienter werden. Zum anderen muss Verkehr reduziert werden. Mit Scheinlösungen wie Biosprit wird so doppelter Schaden angerichtet. Einerseits durch die Zerstörung der Umwelt bei der Produktion und andererseits durch die Verhinderung echter Klimapolitik im Verkehrsbereich.

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