Die grüne IT

Die IT-Branche hat ihre Umweltverantwortung entdeckt. Höchste Zeit, denn die Rechenzentren steuern auf eine Energiekrise zu, die der gesamten Weltwirtschaft schaden könnte.

Wer das Problem sozusagen unter Laborbedingungen studieren möchte, sollte einen Blick in die City von London riskieren. Die unzähligen Rechenzentren der Finanz- und Wirtschaftsmetropole platzen aus allen Nähten. Wegen des exponentiellen Wachstums der Leistungs- und Speicheranforderungen und astronomischen Immobilienpreisen wird immer mehr IT-Equipment auf engstem Raum zusammengepfercht. Die Datacenter stoßen an die Grenzen ihrer Energieaufnahme- und Kühlungskapazitäten. Dazu Manfred Troger, Österreich-Chef des IT-Marktforschers Gartner: „Der technologische Fortschritt und die Raumnot bringen immer mehr Prozessoren und Speicher auf immer weniger Fläche. Ab einer gewissen Packungsdichte kann ich die immense Abwärme der Systeme nicht mehr abführen.“ Londons Bürgermeister erwägt sogar schon eine Steuer auf Datacenter, um die Ressourcen-Fresser aus der Stadt hinauszukriegen. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100-mal mehr Strom pro Quadratmeter als normale Büroflächen. Zwei Drittel der Energiekosten entfallen auf den Kühlaufwand. Das ist einerseits ein ökologisches Problem. Gartner hat errechnet, dass die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist (siehe auch Kasten Seite 62). Andererseits ein ökonomisches. Platzmangel und explodierende Kosten bremsen das Wirtschaftswachstum, warnen Experten.

In Österreich ist die Situation zwar noch nicht so dramatisch, aber die Tendenz ist die gleiche. Die Raiffeisen Informatik GmbH betreibt auf 5.000 Quadratmetern 2.300 Serversysteme und 228.000 Gigabyte Speicher. Wegen der Sicherheits- und Hochverfügbarkeitsanforderungen wird doppelt gemoppelt. Die Systeme werden „gespiegelt“ und auf mehrere Standorte verteilt. Die ausfallsichere
Energiezufuhr sichern drei Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung („USV“) und zwei Dieselgeneratoren. Vier Kühlaggregate sorgen dafür, dass die Hardware nicht überhitzt und ausfällt. Für Raiffeisen-IT-Geschäftsführer Wilfried Pruschak rücken die Energiekosten immer mehr in den Vordergrund: „Der Stromverbrauch ist von 2006 auf 2007 um 30 Prozent gestiegen, was durchaus auch am erhöhten Kühlaufwand liegt. Für uns Anlass genug, den Betrieb noch umweltbewusster zu gestalten und Strom fressende Rechner sukzessive durch Energie sparende Neugeräte zu ersetzen.“

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