Die Hotel-Kaiser: Von Gürtler bis Soravia

Blitzblauer Himmel, 30 Grad im Schatten und relaxte Urlauber, die im Millstätter See Abkühlung von der tropischen Hitze suchen. Einzig Elisabeth Florian gönnt sich keine Ruhe, stets bemüht, es den Gästen an nichts fehlen zu lassen. Dazwischen läutet immer wieder das Telefon in der Rezeption des Hotels Seefischer in Döbriach. Einmal mehr muss die junge Hotelmanagerin dem Anrufer eine Absage erteilen: Das Viersternehaus ist restlos ausgebucht.

„Das Kaiserwetter kam für die Hotellerie gerade noch rechtzeitig. Denn bis Anfang Juli verzeichneten die meisten Häuser ein Minus“, atmet Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung und Inhaber des Goldegger Seehofs, auf. Allein im Juni sank die Zahl der Nächtigungen um 5,2 Prozent auf 14,7 Millionen gegenüber dem Vorjahr. „Man muss allerdings berücksichtigen, dass 2003 ein Jahrhundertsommer war, der heuer kaum zu toppen sein wird“, relativiert Arthur Oberascher, Geschäftsführer der Österreich Werbung. Obwohl Juli und August gut gebucht waren, hoffen die Betriebe nun auch noch auf einen heißen Herbst, um das Minus halbwegs auszugleichen.

Ausspannen „Made in Austria“. Schönwetter allein ist aber noch kein Erfolgsrezept. Um die Gäste bei der Stange zu halten, bedarf es eigener Anstrengungen. „Österreich ist bei der Urlaubswahl zum Drittland geworden“, bedauert Schellhorn. „Mediterranen Ländern mit Sonnengarantie wird der Vorzug gegeben. Auf Platz zwei kommen bereits preisgünstige Städtereisen. Erst dann denkt man über Ausspannen ,Made in Austria‘ nach.“ FORMAT erkundigte sich in den heimischen Spitzenherbergen, welche Wünsche der Gast hat und wie diese erfüllt werden.

  • Die Buchungen erfolgen immer kurzfristiger, der Hotelier muss flexibler werden.
  • Kürzere Aufenthalte: Es wird nur noch tageweise, da-für mehrmals im Jahr geurlaubt.
  • Pauschalangebote sind gefragt. Der Vorteil: Ausgaben sind besser kalkulierbar.
  • Wer um 29 Euro nach Österreich fliegt, möchte auch preisadäquate Zimmer.
  • Service wird wichtiger: So sollten etwa Speisen nicht nur zu „regulären“ Zeiten, sondern ständig verfügbar sein.
  • Sport mit Mehrwert: Tennis, Golfen, Radfahren oder Walken muss inklusive sein. Asse wie Thomas Muster agieren als Coach.

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