Die neuen Gagen unserer Topmanager nähern sich dem Europa-Niveau an

Die Bestverdiener cashen zwischen einer und neun Mio. Euro im Jahr.

Ein Wirtschaftsskandal erhitzt seit Wochen die Gemüter im kühlen Schweden. Die Manager des Versicherungskonzerns Skandia kassierten zwischen 1997 und dem Vorjahr umgerechnet 435 Millionen Euro an Bonuszahlungen – mehr als den gesamten Gewinn des Unternehmens in diesem Zeitraum. Hauptprofiteur Lars-Eric Petersson, der frühere Skandia-Chef, ist nicht mehr im Amt. Aufsichtsräte, die das obszöne Prämiensystem mitbeschlossen hatten, mussten gehen. Erboste Lebensversicherungskunden strengen Schadensersatzklagen gegen Skandia an.

Auch in Deutschland nimmt die öffentliche Erregung über horrende Vorstandsgehälter zu. Sogar der dortige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sprach kürzlich von „frecher Selbstbedienungsmentalität mancher Vorstände“. Hauptziel der Attacken ist DaimlerChrysler-Frontmann Jürgen Schrempp, der 2003 trotz massiver Probleme des Autobauers sechs Millionen Euro Gage einsackte. Dem in den Mannesmann-Skandal involvierten Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, verhalfen seine 11,1 Millionen Jahresverdienst zu einem nachhaltigen Buhmann-Image.

Sechseinhalb Tage Arbeit für die Jahresgage eines Angestellten. In Österreich ist derlei Aufruhr selten. Sogar die Betriebsräte der AUA, die wegen des verordneten Sparkurses die Gehälter der Vorstände heftig kritisierten, haben vorderhand das Kriegsbeil begraben. Die Topmanager hierzulande kassieren zwar Supergagen im Vergleich zu den 29.500 Euro brutto, die ein heimischer Angestellter durchschnittlich pro Jahr einstreift – Erich Hampel, General der Bank Austria Creditanstalt, verdient diese Summe in sechseinhalb Tagen –, aber die Vergütungen für Unternehmensführer bewegen sich noch in nachvollziehbarem Rahmen. Von deutschen oder gar amerikanischen Verhältnissen ist man weit entfernt. US-Spitzenreiter Reuben Mark, CEO von Colgate-Palmolive, bekam 2003 unglaubliche 148 Millionen Dollar überwiesen.

Erste-Bank-Chef Andreas Treichl kommt mit knapp einer Million Euro Jahresverdienst auf das 25fache eines durchschnittlichen Erste-Mitarbeiters, für den 38.800 Euro aufgewendet werden. Bei Böhler-Boss Claus Raidl beträgt dieser Faktor 15 – beides im akzeptablen Rahmen.

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