Die Festnetzfirma Tele 2 steigt als 5. GSM-Anbieter ein

Handynetzbetreiber. Die Festnetzfirma Tele2 steigt als fünfter GSM-Anbieter ins heimische Mobilfunkgeschäft ein. Das Netz stellt One gegen Bezahlung zur Verfügung. Die Konkurrenz ist erbost.

Vor zwei Monaten setzten sich Christian Schrötter und Norbert Wieser zum ersten Mal zusammen, um Tacheles zu reden. Eine Vielzahl weiterer Termine folgte – alle unter strengster Geheimhaltung. Was dabei herauskam, hat wahrlich keinen griffigen Namen: der erste österreichische Mobile Virtual Network Operator, kurz MVNO.
Für den heimischen Handymarkt hat der Vertrag, den Tele2-Geschäftsführer Wieser und One-Finanzchef Schrötter dieser Tage unterzeichneten, aber höchste Brisanz. Tele2, einer der erfolgreichsten privaten Festnetzbetreiber des Landes, steigt mit Hilfe von One in den Mobilfunk ein. Österreich bekommt damit bald einen fünften GSM-Handynetzanbieter.
Ein kühnes Projekt: Bis dato kam nicht einmal die Nummer vier am Markt, Telering, so recht vom Fleck. Denn achtzig Prozent der Österreicher telefonieren schon mobil. Und trotzdem raufen jetzt immer mehr Anbieter um immer weniger Neukunden. Tele2 steht nicht allein in den Startlöchern. Hutchison, ein finanzkräftiger Mischkonzern aus Hongkong, hat den Betrieb seines österreichischen UMTS-Netzes für März 2003 fixiert.

In die Gegenrichtung
Marktführer Mobilkom predigt lautstark eine notwendige Flurbereinigung. Doch statt dessen läuft es vorerst in die entgegengesetzte Richtung: Die Zahl der Handynetzfirmen steigt von vier auf sechs.
Norbert Wieser läßt sich in seinem Offensivdrang nicht bremsen: „Wir haben das Okay vom Infrastrukturminister und vom Regulator. Ich bin froh, daß die auch im Sommer arbeiten.“ Der genaue Zeitpunkt der Einführung von Tele2 mobil steht noch nicht fest. Kunden sollten sich aber gegen Jahresende unter der neuen GSM-Vorwahl 0688 anmelden können. Tele2 wird quasi als virtueller Operator das gesamte Netz von One nutzen – und dafür an One Gebühren entrichten. Lediglich acht bis neun Millionen Euro werden in eigene Infrastruktur investiert, etwa in ein SMS-Center oder die Mobilboxstation. Wieser: „Wir haben auch mit anderen geredet, aber die One-Leute waren die einzigen, die unser Konzept verstanden haben.“

Simples Modell
Sein Hauptpotential sieht der Telefonmanager bei den über 450.000 Festnetzkunden der Firma: „Die kennen und vertrauen uns. Viele haben schon nach einem eigenen Handydienst gefragt.“ Die Tochter der schwedischen Tele2 AB, die in Skandinavien mit Mobilfunk begonnen hat und europaweit drei Milliarden Euro umsetzt, hat sich in Österreich bislang rund zwölf Prozent am Festnetzmarkt sichern können. Tele2 liegt damit knapp hinter der UTA auf Rang drei.

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