Die Erfolgsmasche der Edel-Metaller

Zweimal Olympia-Silber eröffnet Österreichs Schwimmwunder Markus Rogan neue Einkommensdimensionen: Ein FORMAT-Report über den Marktwert olympischer Medaillen.

Wenn Gerhard Ströck dieser Tage in sein Frühstückskipferl beißt, weiß der 45-jährige Wiener Großbäcker nie so genau, ob er jubeln oder sich ärgern soll.
Drei Tage vor dem Ende der olympischen Sommerspiele in Athen freut sich Ströck über die ungebrochen anhaltende Euphorie im Gefolge der sensationellen Erfolge des neuen Schwimmer-Superstars Markus Rogan und des ersten Olympiasieges durch die Triathletin Kate Allen: Obwohl die als „Ströck-Sportteam“ gesponserten Wasserspringerinnen Anja Richter und Marion Reiff sowie der Schwimmer Maxim Podoprigora auf der Jagd nach Edelmetall leer ausgegangen sind, profitiert auch der Bäcker von der weiter anschwellenden Begeisterungswelle.

Gerhard Ströck weiß gleichzeitig aber auch genau, dass er für eine Fortsetzung dieser Fabelstory künftig sehr viel tiefer in die Tasche greifen muss. Denn mit seinen beiden Silbermedaillen über hundert und zweihundert Meter Rücken setzt der 22-jährige Ausnahmeathlet Markus Rogan in einer für die Werbung an sich nicht besonders attraktiven „Randsportart“ neue Maßstäbe.

Der an der US-Eliteuniversität Stanford ausgebildete Wiener, wegen seiner ebenso intelligenten wie wortgewandten TV-Auftritte auch acht Tage nach seinen Erfolgen überaus gefragter Interviewpartner, könnte bei geschickter Auswahl seiner Sponsoren demnächst bereits eine runde Million Euro pro Jahr verdienen.
Rogan, der sich künftig selber managen möchte: „Ich hab schon tolle Angebote. Die Firma Ströck hat mir gleich nach dem Finale gratuliert. Ich schau mir jetzt einmal an, was auf mich zukommt.“

Mirna Jukic, mit ihrem siebenten Platz im Finale über hundert Meter Brust hinter Rogan Nummer zwei im Team des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV), hat die Weichen in Sachen Werbung dagegen schon früh gestellt. Die erst 18-jährige gebürtige Kroatin, als Europameisterin bereits „Sportlerin des Jahres 2002“, hat nach Red Bull Ende Mai einen Sponsorvertrag mit der Bausparkasse Wüstenrot abgeschlossen: Allein im Juni wurden insgesamt 900 Fernseh- und Kino-Spots ausgestrahlt, die Jukic als Werbeträgerin für Jugend-Bausparen mit Wüstenrot-Schwimmflügeln am Startsockel zeigen.

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