Die Dresscodes der Multis

In den Managementetagen der Unternehmen gelten zahlreiche ungeschriebene Kleidungsregeln. Was in Österreichs Firmen angesagt und was untragbar ist.

Die Auswahl des richtigen Outfits für den FORMAT-Fototermin fällt Gary Pippan sichtlich schwer. „Diese Krawatte ist völlig unmöglich“, meint der ÖBB-Konzernsprecher und legt das mausgraue Modell wieder weg. Pippan kann sich zwischen drei Anzügen, fünf Hemden und 25 Krawatten im Büroschrank entscheiden. „Ich lege Wert auf passende Kleidung für jeden Termin, von der Besichtigung einer Baustelle über eine Pressekonferenz bis zu einem beruflichen Heurigenbesuch.“ Ein Manager müsse mit seiner Kleidung eben Kompetenz ausstrahlen.
Seit sieben Jahren beschäftigt sich Pippan mit dem äußeren Erscheinungsbild der ÖBB. Der 31-Jährige mit dem modischen Fingerspitzengefühl kennt nicht nur sämtliche Dresscodes, er gestaltet jene der Bahn auch selbst mit. So berät der Kommunikator die Topmanager des Konzerns bei der Wahl des passenden Anzugs für öffentliche Termine und stimmt ihre Outfits auf deren jeweiligen Typ ab.
Dabei legt er großen Wert auf kleine Details: Unter anderem wählte er die Brille von ÖBB-Chef Martin Huber aus. Bei Medienauftritten ist er besonders streng. Selbst männlichen Kollegen rät er vor TV-Auftritten zu Make-up. Was bei Großveranstaltungen eine eigene Visagistin erledigt, übernimmt der Pressesprecher bei kleineren Fernsehauftritten gleich selbst.

Auch wenn der Mut zu Stilberatung nicht überall so ausgeprägt ist, spielen ungeschriebene Dresscodes in den Managementetagen von Österreichs Konzernen eine wesentliche Rolle. „In den USA ist das Äußere der Mitarbeiter von der Haarlänge bis zur Lippenstiftfarbe explizit vorgegeben. In Mitteleuropa gilt es als unmodern, einen Dresscode vorzuschreiben, obwohl er dennoch erwartet wird“, weiß Christine Bauer-Jelinek, Gründerin des Instituts für Machtkompetenz.

Diese unausgesprochenen Stilregeln variieren nicht nur zwischen den verschiedenen Branchen. Auch innerhalb der einzelnen Unternehmen gelten firmenspezifische Grundregeln, die Mitarbeiter besser befolgen sollten. Denn, so ist Bauer-Jelinek sicher, „obwohl selten darüber gesprochen wird, ist der Dresscode mitunter karriereentscheidend“.

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