Die Chancen Mitteleuropas gemeinsam nutzen

Die neue Regierung in der Slowakei stoppt den Verkauf des Flughafens Bratislava. Was bedeutet das für ausländische Investoren?

Österreich ist unter den „alten“ EU-Mitgliedern der Hauptgewinner der Erweiterung der Europäischen Union. Wie kein anderes Land profitieren wir von der wirtschaftlichen Dynamik und dem Reformdruck, den unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn entfalten. Die Slowakei ist aufgrund ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und der in Europa einzigartigen geografischen Nähe der beiden Hauptstädte Wien und Bratislava zueinander ein wichtiger Partner in einem zusammenwachsenden Mitteleuropa.

Blickt man auf die aktuellen Wachstumszahlen der slowakischen Wirtschaft – inflationsbereinigt plus 6,6 Prozent im zweiten Quartal 2006 gegenüber dem Vorjahr –, wird klar, warum österreichische Unternehmen ihre Chancen in diesem Land konsequent nutzen und unter den Topinvestoren sind. Diese Unternehmen schaffen durch ihre Aktivitäten in der Slowakei nicht nur Wachstum und damit Jobs in Österreich, sondern sind auch für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung in der Slowakei essenziell.

Für grenzüberschreitende Kooperationen brauchen unsere Betriebe Rechtssicherheit und Vertragstreue, um wie bisher erfolgreich wirtschaften zu können. Der gesamte zentraleuropäische Industriestandort schwächt sich im internationalen Wettbewerb, wenn Investoren verunsichert werden. Vielmehr sollten wir die große Wachstumschance der „Europaregion Mitte“ um die „Twin City“ Wien-Bratislava gemeinsam nutzen.

Im Fall der anzustrebenden Privatisierung des Flughafens Bratislava hätte das grenzüberschreitende Zusammenrücken Vorbildcharakter für andere Zukunftsprojekte. Die Vergrößerung der „Catchment Area“ durch das mögliche Airportverbundsystem würde die Bedeutung des Hubs Wien-Bratislava enorm steigern und den Industriestandort damit weiter aufwerten. Davon hängen Jobs und der Wohlstand einer ganzen Region ab. Dies sollte einer verantwortungsvollen Politik – auf beiden Seiten der Grenze, vor allem auch in Wahlzeiten – bewusst sein.

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