Die Business-Class vom Wörthersee

Der Massentourismus stagniert. Doch immer mehr betuchte Klientel kauft sich an den Ufern des Prachtsees ein.

Für den Landespatron der Kärntner, Jörg Haider, gibt es nur einen, dem der Titel „Retter des Wörthersees“ zusteht: ihn selbst. Es war aber Österreichs größter Bautycoon, Hans Peter Haselsteiner, der vor knapp zwei Jahren einen sichtbaren Wendepunkt in dem bereits totgesagten Urlaubsparadies markierte. Mit Partnern investierte Haselsteiner über 35 Millionen Euro in das insolvente Schloss Seefels bei Pörtschach und errichtete einen Hotelkomplex der Luxusklasse.

Das Imagebarometer am Wörthersee dreht seither kontinuierlich auf Hoch. Haselsteiner ist „mit der Auslastung des Hotels zufrieden“, auch wenn nicht das schnelle Geld winkt: „Die Rendite fällt sehr bescheiden aus. Dennoch ist das Projekt keine Liebhaberei, sondern langfristig angelegt.“
Über 20 Millionen Euro von seinem Investment hat der erfolgsverwöhnte Unternehmer mit dem Verkauf von 30 Appartements schon hereingespielt. Trotz des stolzen Preises von 6.000 Euro pro Quadratmeter riss sich eine betuchte Klientel um die noblen Bleiben. So logieren Billa-Gründer Karl Wlaschek, die Familie Brenninkmeijer, Miteigentümer der Textilkette C&A, oder Susanne Randa, die Gattin des Bank-Austria-Präsidenten, in den Appartements von Schloss Seefels.

Weniger Nächtigungen, dafür mehr Prominenz. Mitte der neunziger Jahre war das einstige Jet-Set-Eldorado Wörthersee zum Tummelplatz von Turnschuhtouristen und Pseudopromis verkommen. Jetzt feiert „der schönste Platz in Europa“, wie der Wiener Großbäcker und Seeanrainer Kurt Mann meint, ein eindrucksvolles Comeback. Nach der Initialzündung durch Bau-Holding-Boss Haselsteiner werden mehrere hundert Millionen Euro in Luxusherbergen gesteckt. Der Wörthersee zieht mehr Prominenz aus der Wirtschaft an denn je.

Die Touristenmassen, die die Gegend zwischen Klagenfurt und Velden einst bevölkerten, sind passé. Bis in die 90er Jahre hinein verzeichnete der Wörthersee jährlich über 2,5 Millionen Übernachtungen. Dann folgte der Absturz. Im Jahr 2000 wurden unter 1,7 Millionen Nächtigungen registriert. „Seit damals geht es wieder langsam bergauf“, sagt Bertram Pobatschnig, mit der Vermarktung aller Gemeinden betrauter Chef der Wörthersee GmbH, der über den touristischen Strukturwandel nicht unglücklich ist.

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PLUS: Wo die österreichische Wirtschaftsprominenz am Wörthersee logiert
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