Die Bilanz: Wie das Handy unser Leben verändert hat

Die Geschichte des Handys: wie ein klobiger „Knochen“ zum multifunktionellen Minibüro wurde.

Kreditkarte und Krankenschein. Personalausweis und Zugang zum Internet. TV-Gerät und Hi-Fi-Anlage. Überwachungskamera und Diagnosegerät: Ein paar Jahre noch, und das Mobiltelefon wird der Schlüssel zu allen erdenklichen Bereichen des menschlichen Lebens sein.

Gerade einmal zwei Jahrzehnte nachdem in den USA das erste Modell auf den Markt kam, beginnt nun die eigentliche Zukunft des Handys. Beziehungsweise: nicht einmal zehn Jahre nachdem drahtloses Telefonieren in Österreich mit dem Start des GSM-Netzes Mitte der neunziger Jahre mehrheitsfähig wurde.

Doch schon jetzt ist seine Erfolgsgeschichte beispiellos: Kein Kommunikationsmittel hat sich so rasant in allen Bevölkerungsschichten durchgesetzt wie das Handy – vom Kleinkind bis zum Pensionisten, vom Hackler bis zum Spitzenmanager, vom linken Anarcho bis zum rechtskonservativen Ministersekretär.

Keines vereint gleichzeitig so viele Funktionen auf sich – Gebrauchsgegenstand, Arbeitsutensil, Statussymbol und Mode-Accessoire.

Für keines wird in Österreich so viel und gern Geld ausgegeben – pro Jahr erwerben die Österreicher zwei Millionen Stück Handys und vertelefonieren allmonatlich durchschnittlich 32 Euro.

Und keines hat die privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Beziehungen so direkt und nachhaltig verändert: Am Ende des 20. Jahrhunderts, in dem die familiären Beziehungen durch zunehmende Mobilität immer weiter auseinander drifteten, brachte das Handy die Menschen wieder in permanente Rufweite zueinander. Am Anfang des 21. Jahrhunderts wird es sie durch Bild- und Datenübertragung auch wieder in Sichtweite bringen. Freilich auf einer neuen, virtuellen Ebene. „Es geht nicht darum, persönliche Nähe zu ersetzen“, sagt Mobilkom-Boss Boris Nemsic, „es ist eine Ergänzung, wenn man getrennt ist“.

Von all diesen Entwicklungen konnte Rudy Krolopp nicht das Geringste ahnen, als er Ende der sechziger Jahre von seinen Bossen bei Motorola den Auftrag bekam, einen drahtlosen Fernsprecher für jedermann und überall zu entwickeln, und damit zum Erfinder des Handys wurde. „Niemand hat vom Siegeszug des Mobiltelefons zu träumen gewagt“, sagt der 73-Jährige heute. „Es war einfach nur eine irre Idee, mit der man Geld verdienen wollte.“

15 Jahre Entwicklungszeit und hundert Millionen Investitionsdollar später brachte Motorola 1983 das DynaTAC 8.000X auf den Markt – den so genannten Knochen: mehr als ein dreiviertel Kilo schwer, klobig und gerade einmal mit einer Stunde Gesprächszeit, zu einem astronomischen Preis von 4.000 Dollar.

Für so viel Geld bekommt der p. t. Kunde heute je nach Anbieter gut und gern vierzig Endgeräte samt integrierter Digitalkamera, UKW-Radio, Stereo-kopfhörer und Internetzugang, mit denen er fünf Stunden am Stück plaudern, Fotos versenden oder Musik hören kann. Wenig verwunderlich, dass inzwischen weltweit rund 1,2 Milliarden Mobiltelefone angemeldet sind. „Die Prognosen im Mobilfunk waren stets zu tief angesetzt“, sagt TU-Professor Ernst Bonek. In Österreich gibt es heute mehr Handys als Festnetzanschlüsse – „das hat man erst für 2005 prognostiziert“.

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PLUS:
20 Jahre Handy: Der FORMAT-Folder zum Herausnehmen
PLUS: Die volkswirtschaft-liche Bedeutung des Handybooms
PLUS: Der Handycoup: Wie die FP per Mobilfunk an die Macht kam
PLUS: Interview mit Mobilkom-Boss Boris Nemsic: „Die echte Handyrevolution steht noch bevor“
PLUS: Die interessantesten Handys für 2003/ 2004 im Überblick.

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