Die AUA braucht unbedingt einen strategischen Partner

„Die AUA ist zu klein und zu schwach, um sich gegen Mega-Carrier und Billig­fluglinien zu behaupten.“

Die Zukunft der AUA beschäftigt Österreich seit Wochen und sorgt für Unruhe in der großen Koalition. Aber was wäre die Alternative zu einer Teilprivatisierung und strategischen Partnerschaft mit einer größeren Airline wie etwa der Lufthansa? Kann man bei einer Privatisierung wirklich von einer Verscherbelung heimischen Familiensilbers sprechen, wie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina es kürzlich tat? Fakt ist, dass sich der Luftfahrtmarkt in Europa seit der De­regulierung des Luftverkehrs entscheidend gewandelt hat: Große Airlines und ihre Allianzen dominieren den internationalen Drehkreuzverkehr, während preisaggressive Low-Cost-Carrier im Inlands- und Europaverkehr zunehmend Marktanteile gewinnen. Eine klare Kostenreduzierung und Fokussierung der Anbieter auf profitable Kerngeschäfte ist daher nötiger denn je. Eine AUA aber ist zu klein und zu schwach, um sich sowohl gegen Mega-Carrier wie Lufthansa und Air France / KLM als auch gegen die Billig­flieger zu behaupten. Eine Umwandlung der AUA in einen Billigflieger ist angesichts der Dominanz von Ryanair, easyjet und Air Berlin in diesem Marktsegment nicht mehr Erfolg versprechend.

Daher bleibt der AUA nur noch die Integration in eine der großen Allianzen bei gleichzeitiger Fokussierung auf enge Nischen wie den Drehkreuzverkehr zwischen Ost- und Westeuropa. Da eine Restrukturierung und anschließendes Wachstum in der Nische aber Investitionen erfordern und der österreichische Steuerzahler entlastet werden soll, ist die auch finanzielle Einbeziehung eines starken Partners wie etwa der Lufthansa oder der British Airways zumindest geboten. Dass dann ein Teil der Managemententscheidungen in Frankfurt oder London gefällt würde, ist ein fairer Preis und bedeutet, wie das Beispiel Swiss für die Schweiz demonstriert, keineswegs das obligatorische Ende des Luftfahrtstandorts Österreich. Wohin der Flug aber gehen wird, wenn die notwendigen Schritte der Sanierung und Privatisierung nicht bald voll­zogen werden, zeigt ein Blick über die Alpen, und zwar nach Italien. Dort nämlich hat sich die marode Alitalia zu solch einem Fass ohne Boden entwickelt, dass von Familiensilber keine Spur mehr ist!

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