Die Analysen ­zeigen die Grenzen der Sozialarbeit

„Das einzige Verbindungsglied hatte sein Doppel­leben leider zu perfekt organisiert.“

Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen liegt ein Verbrechen vor, dessen Dimensionen einzigartig und mit keinen sonstigen Erfahrungen vergleichbar sind. Durch eine offenbar bis ins Detail geplante und alle so­zialen Reaktionen bedenkende Vorgangsweise ist es dem mut­­maßlichen Täter gelungen, allen Behörden und Menschen seiner Umgebung die Existenz von mehreren zur Welt gekommenen Kindern zu verheimlichen. Aber auch jenen drei Kindern, denen er eine Chance gegeben hatte, dass sie – zumindest nach derzeitigem Wissensstand der Behörden und der ermittelnden Exekutive – normal ­auf­wachsen konnten, wurde letztlich ein Weg zu einem erfüllten Leben genommen. Alle diese Opfer sind zu bedauern, und meine tiefe Anteilnahme gilt ihnen.

Als Jugendwohlfahrtsreferentin bin ich an den Leistungen meiner Behörden interessiert. Die bisherigen Analysen – soweit solche schon möglich waren – zeigen die Grenzen der Sozialarbeit auf. Die Kinder „im ersten Stock“ sind in einem nach außen wirkenden „natürlichen Familienverband“ aufgewachsen, wussten nichts über das Schicksal ihrer Mutter und wurden von der Groß­mutter rührend und bestens umsorgt erzogen. Sie sind im ­sozialen Leben integriert und verhielten sich wie alle anderen Gleichaltrigen.
Die Jugendwohlfahrt konnte gelegentlich aushelfen, wenn Rat gefragt war. Die Großmutter hatte sich stets als Pflege­mutter vielen schulischen und gesellschaftlichen Gruppen und Aktivitäten angeschlossen. Es war auch den Fachkräften der Sozialarbeit unmöglich festzustellen oder auch nur zu er­ahnen, dass einen Stock tiefer eine „Schattenfamilie“ existiert. Es ­fehlten jegliche Hinweise oder Informationen, die auch nähere Nachforschungen notwendig erscheinen ließen. Das einzige Verbindungsglied hatte sein Doppelleben leider zu perfekt organisiert. Auch wenn die Jugendwohlfahrt bisher nicht allen Kindern helfen konnte, so werden wir alle mög­lichen Hilfestellungen leisten und sinnvoll erarbeiten, die die Familie gemeinsam mit den ÄrztInnen derzeit als notwendig und erwünscht erachtet. Für mich steht dabei das Wohl der ­Kinder im Vordergrund.

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