Die Akte Grasser - Was hinter den Vorwürfen steckt

An vier Punkten entzündet sich die Grasser-Debatte: 1. Darf er Honorare für Vorträge nehmen? 2. Hat er mit der Homepage Steuer verkürzt? 3. Sind seine Berater 26 Mio. Euro wert? 4. Freunderlwirtschaft bei Buwog-Privatisierung? FORMAT hat die Antworten.

Doch: Karl-Heinz Grasser, jener Finanzminister, der Österreich die höchste Abgabenquote seit Menschengedenken beschert, hat auch karitative Seiten. Wenn er nicht gerade beruflich an der Steuerschraube dreht, verteilt er privat milde Gaben – an die Bewohner des niederösterreichischen Kamptals zum Beispiel, jener Gegend in Niederösterreich, die im vergangenen August von einem Jahrhunderthochwasser besonders hart getroffen wurde.

Nur wenige Monate nach den Niederschlägen tauchte dort ein Emissär aus dem Finanzministerium auf: Fritz Simhandl, Kabinettsmitarbeiter von Grasser. Im Auftrag seines Chefs wollte er den Kindergärten von Zöbing (Gemeinde Langenlois) und Schönberg finanziell beim Wiederaufbau unter die Arme greifen. Zu diesem Zweck überreichte er Schecks in Höhe von jeweils 2.500 Euro: „Das war eine Spende vom Herrn Finanzminister persönlich“, erinnert sich Elisabeth Keiblinger, die Leiterin des Schönberger Hortes.

Soziales Engagement – und das noch dazu unter Ausschluss einer größeren Öffentlichkeit: Keine Zeitung berichtete über den Samariter aus der Himmelpfortgasse, kein Fotograf war bei der Scheckübergabe dabei – für KHG-Verhältnisse nachgerade untypisch zurückhaltend.

Erst neun Monate danach wird Grassers Aktion nun öffentlich, allerdings ganz und gar nicht so, wie sich das der Finanzminister vorgestellt haben dürfte. Denn die Herkunft der Zuwendungen, die Österreichs oberster Säckelwart freigiebig und selbstlos unter die Leute brachte, ist etwas fragwürdig.

Nicht einmal Grasser selbst scheint bis vor kurzem gewusst zu haben, unter welchem Titel sie eigentlich verteilt werden. Am Dienstag sprach er im ORF-„Report“ von einer Privatstiftung, die gerade aufgebaut werde; am Mittwoch gegenüber der Austria Presse Agentur von einem in Gründung befindlichen Sozialfonds.

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