Der Zoff im Humanic-Clan

Die Eigentümerfamilien der steirischen Leder&Schuh decken einander mit Klagen ein. Dem Unternehmen droht die Zerschlagung.

Beim größten österreichischen Schuheinzelhändler, der Leder&Schuh – bekannt u. a. mit den Marken Humanic und Dominici – tobt ein Streit unter den Eigentümerfamilien. Ein Streit, der wie im Fall Palmers mit einer Zerschlagung des Familienunternehmens enden könnte. FORMAT liegt eine Klagsschrift vor, in der Leder&Schuh-Aktionär Clemens Corti alle Catene, 36, massive Vorwürfe gegen den Mehrheitseigentümer Michael Mayer-Rieckh, 71, erhebt.

Corti, dessen Mutter aus der langjährigen Miteigentümerfamilie Mayer-Heinisch stammt, ficht den Jahresabschluss 2005 gerichtlich an und wirft Michael Mayer-Rieckh vor, gegen den Syndikatsvertrag verstoßen zu haben. Außerdem geht es um die Bewertung des gesamten Humanic-Konzerns.

Erster Streitpunkt: Im Vorjahr hat Mehrheitsaktionär Michael Mayer-Rieckh anstatt der bisher üblichen Dividende von einer Million Euro stolze 12,9 Millionen Euro ausgeschüttet, also den gesamten Bilanzgewinn. Diesen Betrag habe Rieckh laut Klagsschrift benötigt, um die Kreditfinanzierung jener Aktien zu bedienen, die er vom Familienclan der Mayer-Heinisch erworben hatte, um sich die Mehrheit am Schuhunternehmen zu sichern.

Nächster Streitpunkt, vorgebracht von Rechtsanwalt Georg Muhri, der die Familie Corti vertritt: Rieckh habe die Bewertungsansätze des Schuhhandelsunternehmen generell viel zu niedrig angesetzt und sei dadurch zu günstig an die Firmenanteile seiner Verwandten gekommen.

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