Der Umgang mit dem Handy ist entscheidend

„Zugegeben, laute Dauergespräche von Mit- Fahrgästen anhören zu müssen kann auch nerven.“Michael Lichtenegger Geschäftsführer Wiener Linien

Handys sind im vergangenen Jahrzehnt zu einem Stück Alltagstechnologie geworden und haben in unser aller Leben ganz selbstverständlich Einzug gehalten. Man kann damit fotografieren oder Musik hören. Man kann mit seinem Handy Tickets für die Öffis kaufen. Blinde Fahrgäste finden sich mithilfe ihres Handys auch in weitläufigen U-Bahn-Stationen zurecht, weil sie die entsprechenden akustischen Wegbeschreibungen aus dem Internet direkt auf ihr Handy laden können. Natürlich kann man mit ­seinem Handy auch telefonieren, und selbstverständlich auch in den Verkehrsmitteln der Wiener Linien. Unsere Kunden wollen die Zeit, die sie in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen, gleichzeitig für anderes nützen: ein Buch lesen, die Zeitung überblättern, miteinander reden, einen Termin vereinbaren und auch einmal das Handy benützen. Aus diesem Grund haben wir schon im Jahr 2000 gemeinsam mit den Mobilfunk-Netzbetreibern dafür gesorgt, optimalen Empfang auch im U-Bahn-Bereich zu garantieren. Das soll auch so bleiben. Kinder, die mit den Wiener Linien unterwegs sind, sollten immer die ­Möglichkeit haben, ihre Eltern anzurufen. Zugegeben, laute Dauergespräche von Mit-Fahrgästen anhören zu müssen, kann auch nerven. Diesem Problem mit einem generellen Handyverbot begegnen zu wollen, wäre der falsche Weg. Was mache ich, wenn Fahrgäste sich – ganz ohne Handy – so lautstark miteinander unterhalten, dass der halbe U-Bahn-Wagen mithören kann?

Ich kann unseren Fahrgästen ja nicht ernsthaft das Sprechen verbieten – ganz im Gegenteil: Unsere Fahrzeuge sind Orte der Begegnung und damit auch der Kommunikation. Ich meine, zur Weltstadt Wien passen Information und Überzeugungs­arbeit besser. Es geht nicht um strenge Benimmregeln, sondern schlicht und einfach um ein Verhalten, das auf andere Fahr­gäste Rücksicht nimmt. Dazu gehört, dass wir den Sitzplatz anderen überlassen, wenn diese ihn notwendiger brauchen. Dazu gehört, die Öffis sauber zu halten. Und dazu gehört, das Handy so zu benutzen, dass es andere Fahrgäste nicht stört.

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