Der Steffl-Deal

Immogeschäft mit Troubles: Eine Gesellschaft der Erste Bank kauft die Kaufhäuser Steffl und Herzmansky von Christian Palmers. Der liegt deswegen mit Mitgesellschafter Hans Schmid im Clinch.

Noch vor dem Jahreswechsel sollten 20 Millionen Euro auf dem Konto von Hans Schmid einlangen. Für eine der bekanntesten Liegenschaften Österreichs, das Kaufhaus Steffl in der Wiener Kärntner Straße, und für das ehemalige Herzmansky-Kaufhaus in der Mariahilfer Straße ist die Sparkassen Immobilien AG bereit, zusammen rund 120 Millionen Euro zu zahlen. Steffl und Herzmansky sind die beiden letzten verbliebenen Immobilien der einst so stolzen Gerngross-Kaufhauskette, die heute zu 75 Prozent Christian M. Palmers und Familie gehört – sowie zu 25 Prozent Hans Schmid, früher Besitzer der Werbeagentur GGK und jetzt Präsident der Eishockey-Mannschaft Vienna Capitals.

Ohne Klage geht bei Palmers-Deals offenbar nichts mehr. Nach der Liquidierung der Gerngross AG würde unterm Strich ein Reingewinn von 80 Millionen Euro übrig bleiben. Für Schmid ein guter Grund, den Champagner kalt zu stellen. Sollte man meinen. Jedoch läuft im Palmers-Reich offenbar nichts mehr ohne schwerste Konflikte ab. Nach heftigem Streit innerhalb der Familie und mit Ex-konzernchef Rudolf Humer (was auch zum Verkauf des Wäschegeschäfts führte) geht es diesmal wieder rund.

Hans Schmid wollte den Steffl-Deal ernsthaft blockieren. Er reichte sogar eine Klage ein. Darin verlangt er jene eine Gerngross-Aktie, die ihm laut eigenen Aussagen zusätzlich zu seinen 25 Prozent versprochen, aber nie ausgefolgt wurde. Er hätte damit eine Sperrminorität und könnte notwendige Beschlüsse in der Hauptversammlung verhindern.

Die börsennotierte Sparkassen Immobilien AG (SPI) mit dem Hauptaktionär Erste Bank wird trotz dieser Unsicherheit 75 Prozent an Gerngross von Christian M. Palmers (CMP) erwerben. Das bestätigt SPI-Vorstand Ernst Vejdovszky gegenüber FORMAT. Man habe „sorgfältig geprüft und von Palmers alle nötigen Sicherheiten bekommen“. Das Risiko schätzt die SPI als minimal ein. CMP wird etwa 90 Millionen Euro kassieren, die er braucht, weil er seinen Verwandten im Zuge des Familienzwists die Anteile an der Palmers Aktiengesellschaft, die nur noch Immobilien verwaltet, abkaufte.

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