Der Smart: Vom Flop zum beliebtesten Zweitauto

Zuerst als „hässliches Ufo“ mit „100 Prozent Knautschzone“ belächelt, avancierte der Smart zum Kult-Vehikel urbaner Manager, die es in der Stadt eilig haben.

Anfangs, erinnert sich Karl Fürnkranz, habe halb Wien über ihn und seinen Wagen Witzchen gerissen. Ob er fürs Service seines „Rollstuhls“ zum Behindertenausstatter Bständig „rodeln“ müsse, wurde er gefragt; und anderes Geschmackloses.

Damals, im Oktober 1998, war der Chef der Modekette Fürnkranz einer der Allerersten überhaupt, die mit einem Smart durch die Stadt kurvten – und ob seines Gefährts plötzlich zur unfreiwilligen Lachnummer geworden. Ein Smart galt schließlich als nicht standesgemäß. Nicht wenige glaubten deshalb schon, der Entwickler Mercedes-Benz hätte bei seinem Vorstoß in neue Marktsegmente einen ordentlichen Bauchfleck gelandet. Der Volksmund fand Schadenfreude an den „hässlichen Ufos“ und den „100 Prozent Knautschzone“.

Mittlerweile gehört der Smart in Wien zum Stadtbild wie die Fiaker. Insgesamt 7.060 Österreicher sind bereits smart unterwegs. 1998 waren es erst 403. 1999 kamen weitere 886 dazu. 2003 gab es 1.606 Neuanmeldungen. Vor allem in der Wiener City sieht man an jeder Ecke einen – meist in den klassischen Farben Silber und Schwarz, etwas seltener in Dunkelblau. Dass das einst als unattraktiv empfundene Automobil mittlerweile als extravagantes Kultgefährt gilt, dafür hat Fürnkranz eine ganz einfache Erklärung parat: „Es gibt in modernen Städten alles – nur Parkplätze sind Mangelware. Der Smart passt mit seinen zweieinhalb Meter Länge überall hin. Und weil man an jeder Ecke einen Parkplatz findet, sieht man ihn dort auch.“

Ein Auto, gemacht für den Verkehr in der Stadt und der Peripherie. Dabei ist und bleibt das einst als „City Car Concept“ konstruierte Gefährt ein Zweitauto. So sehr er seinen Smart in der Stadt liebe, erklärt Karl Fürnkranz, so sehr sei dieser über größere Entfernungen „nicht zu gebrauchen“. Längere Reisen als bis zum Golfclub Semmering, dem er als Präsident vorsteht, will der Modehaus-Chef nicht im Smart unternehmen. Der Weg mag das Ziel sein, schneller ist er aber immer noch mit seinem Jaguar X-Type.

Crashtests zufolge einer der sichersten Kleinwagen. Nicht nur Karl Fürnkranz schwört auf seinen Kleinwagen. Auch Promi-Anwalt Manfred Ainedter spricht über seinen Smart Brabus ganz so, als würde er für diese Werbung bezahlt: „In der Stadt ist er schlichtweg ideal.“ Seit er sich im Jänner als Zweitauto neben seinem Audi A8 einen 75-PS-Flitzer angeschafft hat, erledigt er in der Stadt alle Wege damit. „Gerade vor Gerichtsgebäuden gibt es ohnehin kaum Pkw-taugliche Parkmöglichkeiten, aber für einen Smart findet sich immer irgendwo ein Plätzchen“, erklärt er.

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