Der neue Mister Billa: Martin Lenz wird als Quereinsteiger im Billa-Reich aufgenommen

Antritt: Die Aufgabenliste des frisch gekürten Rewe-Austria-Chefs Martin Lenz und wie er als Quereinsteiger im Billa-Reich aufgenommen wird.

Es dauerte nur zwanzig Minuten und war trotzdem das wohl erstaunlichste Gipfeltreffen der österreichischen Wirtschaft in diesem Jahr: Am Dienstag vergangener Woche trafen sich Martin Lenz, 55, seit 1. November Chef der Billa-Gruppe, und Spar-Boss Gerhard Drexel, 50, zu einem Gespräch unter vier Augen in einem Wiener Innenstadtcafé.

Bisher wäre so eine Begegnung undenkbar gewesen. Lenz’ Vorgänger Veit Schalle hatte sich mit Drexel regelmäßig emotionelle Wortgefechte geliefert. Doch Drexel und Lenz, beide Vorarlberger, beide einst Schüler des Bundesgymnasiums Dornbirn, haben von früher noch vage Erinnerungen aneinander. Die haben sie jetzt zum Anlass genommen, um abseits des täglichen Geschäftsgetöses mit Handschlag einen künftig fairen und nüchternen Wettbewerb zu besiegeln.

„Wir sind übereingekommen, dass das Lebensmittelgeschäft hart genug ist“, so Lenz über das „bilaterale“ Gespräch auf höchster Handels-Ebene. „Deshalb wollen wir darüber hinaus führende Auseinandersetzungen künftig vermeiden.“

Lenz hätte auch gar keine Zeit für Schaukämpfe mit dem Erzrivalen. Bisher in Innsbruck daheim, sucht er derzeit mit Frau und Golden Retriever eine Wohnung in Wien. Zuletzt war er Chef der auf Verkehrsleitsysteme spezialisierten und im Besitz von Manfred Swarovski stehenden Swarco Holding im Tiroler Wattens. Das Handelsgeschäft hat er bisher als Vorstand des Versandhändlers Quelle AG kennen gelernt. Weshalb er sich mit dem Branchenumfeld erst vertraut machen muss.

Lenz muss das quasi von null auf hundert in zwei Sekunden schaffen, denn immerhin besetzt er die mächtigste Position im österreichischen Lebensmittelgeschäft. Und turbulente Branchenentwicklungen gönnen ihm keine Schonfrist: Er muss im Rennen mit dem Herausforderer Spar um die Marktführerschaft bestehen, dem Vormarsch der Diskonter Hofer und Lidl trotzen und schnell auf neue Konsumgewohnheiten reagieren, die etwa zum Abfluss von Handelsumsätzen in Richtung Fastfood und Gastronomie führen.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Geld

Mieten wieder deutlich gestiegen

Nach der Wahl: Angela Merkel wird deutsche Bundeskanzlerin bleiben, der Einzug der AfD in den Bundestag bereitet allgemein Sorgen.

Politik

Deutschland: Merkel behauptet sich, AfD-Wahlerfolg ein Schock

Standpunkte

Ohne Bildung keine Algorithmen