Der Lockruf der Italiener

Ein Besitzer UniCredit würde für die BA-CA eine potentere Mutter, aber Abstriche bei der Eigenständigkeit bringen.

Nikolaus von Bomhard ist einer der mächtigsten Männer in Deutschlands Wirtschaft. Wenn er öffentlich etwas sagt, dann ist das lange und sorgfältig überlegt. Diese Woche bezeichnete der Münchener-Rück-Boss die italienische UniCredit als guten Partner für die HVB. Was so viel heißt wie: Dem Versicherungsriesen Münchener Rück, mit 18,4 Prozent der größte Aktionär an der HypoVereinsbank (HVB), sind die Italiener als Käufer höchst willkommen. Bomhard sieht die Zeit reif dafür.

Alessandro Profumo hat erst kürzlich das „o“ aus dem Namen seiner Bank gestrichen. Aus UniCredito wurde UniCredit, um das internationale Profil zu unterstreichen. Dem 48-jährigen Mailänder Starbanker reicht Italien nicht mehr. Ihm schwebt eine Bankengruppe von europäischem Rang vor. Deswegen führt der UniCredit-General Fusionsgespräche mit Dieter Rampl, dem Vorstandschef der HVB Group.

Alles scheint zusammenzupassen. Das „Wall Street Journal“ spekulierte mit einem Abschluss des Megadeals schon nächste Woche. Ob wirklich noch im Juni das Finale furioso abgeht, steht trotzdem längst nicht fest. Ein Preis ist nicht fixiert. Weder der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber ist begeistert noch der italienische Kapitalmarkt, der befürchtet, Profumo könnte sich mit der schwer angeschlagenen HVB seine Erfolgsbilanz anpatzen. 17 Milliarden Euro unbesicherte Kredite der Deutschen stehen 14 Milliarden Eigenkapital der Italiener gegenüber.

Das Schicksal der HVB-Tochter Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) könnte noch länger in der Luft hängen. Dabei geht es gerade um die für das Ostgeschäft verantwortliche BA-CA. Auf das marode Deutschlandgeschäft der HVB ist Profumo nicht sehr erpicht.

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Kommentar
trend Chefredakteur Andreas Lampl

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