Der Ecclestone von Kitzbühel

Harti Weirather, Chef der Sportmarketing-Agentur WWP, zieht die Fäden beim Hahnenkammrennen. In Zukunft setzt er verstärkt auf die Geschäftsfelder Fußball und Tennis. Und überlegt den Gang an die Börse.

Harti Weirather, 49, hat das Gefühl gerade noch einmal davongekommen zu sein. Der Abfahrtsweltmeister von 1982 und sechsfache Weltcup-Abfahrtssieger, vermarktet mit seiner Firma WWP Weirather, Wenzel & Partner für den Kitzbüheler Ski Club sämtliche Werbeflächen und das gesamte Megaevent um das legendäre Hahnenkammrennen.
Vor einer Woche kam der große Schock. Trotz aller Bemühungen der Veranstalter und der 400.000 Euro teuren Schneetransporte per Hubschrauber vom Großglockner schmolz der Föhnwind alle Hoffnungen auf eine Austragung der beiden Speed-Events Abfahrt und Super-G hinweg. Als Ausweg in höchster Wetternot entschieden die Verantwortlichen, am kommenden Wochenende zwei Slalombewerbe, einen am Samstag, einen am Sonntag, abzuhalten. „Die Totalabsage wäre ein Desaster gewesen“, sagt Weirather, „aber nicht nur für Kitzbühel, sondern für ganz Tirol und Österreich. Das hätte fatale Folgen für die gesamte Tourismuswirtschaft in der nächsten Wintersaison gehabt. Die Schneesicherheit ist eines der wichtigsten Argumente, warum ausländische Gäste Zimmer in Wintersportorten schon lange vor Urlaubsantritt buchen.“ Eine Sicherheit, die es in Zeiten von Erderwärmung und Klimawandel nicht mehr gibt.

Die Kitzbüheler Hotellerie trifft die Teilabsage der Rennen nicht wirklich hart. „Alle 8.800 Betten in Kitzbühel und Umgebung sind restlos ausverkauft“, so die Tourismusdirektorin Renate Danler. Es gebe auch nur vereinzelt Stornos. Hinter vorgehaltener Hand wird freilich gemunkelt, das Timing der Rennabsagen wäre auf Schadensbegrenzung für die Hoteliers, die Sponsoren und die Veranstalter ausgerichtet gewesen. Immerhin hatten die FIS-Schneekontrollore noch am Donnerstag grünes Licht für die Rennen signalisiert, obwohl dem Wetterbericht der Föhneinbruch mit Temperaturen bis 16 Grad bereits zu entnehmen war. An diesem Kitzbühel-Weekend werden nun statt wie üblich 80.000 bis 100.000 Zuseher lediglich die Hälfte erwartet: „Wir sind schon froh, wenn uns 50.000 bis 60.000 Gäste besuchen“, sagt Danler. An der gesamten Umwegrentabilität von 30 Millionen Euro, die Kitzbühel an diesem Weekend erzielt, haben die Tagesgäste traditionell nur wenig Anteil.

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