Der Duft des großen Geldes

UniCredit-Chef Alessandro Profumo will die Fusion mit der HVB schon am Sonntag besiegeln. Doch teurer Widerstand aus Wien droht den Deal des Starbankers noch zu verzögern.

Am Donnerstag wurden gleich in der Früh sowohl in Mailand als auch in München heikle Einladungen verschickt: Darin werden die Aufsichtsräte der HypoVereinsbank (HVB) sowie die Mitglieder des Verwaltungsrates des Finanzkonzerns UniCredit zeitgleich und fristgerecht für Sonntag, 14 Uhr, zusammengetrommelt.

Einziger Tagesordnungspunkt der zwei Veranstaltungen: Referate von UniCredit-Chef Alessandro Profumo sowie HVB-General Dieter Rampl über den Stand der Hochzeitsvorbereitungen beider Geldhäuser – nach geglückter Fusion die viertgrößte Bankengruppe in der Eurozone.

Die Zeit wochenlanger Spekulationen und wüster Gerüchte ist damit endgültig vorbei: Italiens Starbanker Alessandro Profumo, 48, will sich wild entschlossen Deutschlands zweitgrößte Bank via Aktientausch (fünf UniCredit-Aktien für ein HVB-Papier) unter den Nagel reißen.

Die ganze Woche über haben Profumos Berater von den beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Merrill Lynch an den Details des Deals (Codename: „Uranus“) getüftelt. HVB-Chef und Auslandsösterreicher Dieter Rampl, 57, hatte seinen Segen bereits zuvor erteilt: Seine Berater (versehen mit dem Tarnnamen „Hermes“) von Citigroup und JP Morgan halten „21 bis 22 Euro“ pro HVB-Aktie für „einen fairen Preis“. Daraus ergibt sich ein Transaktionswert von zumindest 15,5 Milliarden Euro – die bisher größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa.

Doch der spektakuläre Deal gilt noch keinesfalls als besiegelt. Nicht bloß Analysten hegen Zweifel daran, ob sich Profumo die Ehe am Ende wirklich leisten will. Ausgerechnet Wien entpuppt sich nämlich als gefährliches und teures Widerstandsnest: Seit Dienstag steht fest, dass die HVB-Tochter Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) nicht so einfach mit dem angebotenen Aktientausch im Verhältnis 5:1 abgespeist werden will.

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