Der Deal des Jahres

Andreas Treichl katapultiert sich mit dem Kauf der rumänischen BCR in die Champions League des Bankgeschäfts. Der erfolgsverwöhnte Erste-Chef lässt sich nun aber auch auf enorme Risiken ein.

Als Andreas Treichl am Mittwoch auf dem Flughafen in Bukarest aus seinem Privatjet, einer Cessna 560 XL (Hoheitskennzeichen: OE-GEG), kletterte, fehlte nur noch eine Unterschrift. Pünktlich um 19 Uhr setzte der Vorstandsvorsitzende der Erste Bank AG dann im Regierungssitz Rumäniens seinen Namen unter den Privatisierungsakt mit der Nummer 760/2005.

Die Tinte war an diesem 21. Dezember noch gar nicht richtig getrocknet, als schon zwei Mitglieder eines von Treichl eilends installierten Transition Consultancy Committees losstürmten. Sie sorgen seither dafür, dass der Deal des Jahres reibungslos über die Bühne geht: Mit 3,75 Milliarden Euro für 61,88 Prozent der Aktien der Banca Comerciala Romana (BCR), Rumäniens größter Bank, hat die Erste mehr gezahlt als je ein österreichisches Unternehmen im Osten Europas.

In seinem neunten Jahr an der Spitze der Bank krönt der 53-jährige Andreas Treichl mit diesem absoluten Rekorddeal die schon bisher überaus ambitioniert verlaufene Einkaufstour im Osten (siehe Kasten rechts) und katapultiert sich unter Europas Topbanken endgültig in die Champions League: Mit einer Bilanzsumme von nun 160 Milliarden Euro übernimmt die Erste-Gruppe über Nacht auch in Österreich Platz eins von der BA-CA. Finanziert werden soll das Abenteuer hinter den Karpaten durch eine Kapitalerhöhung in der Größenordnung von 2,4 Milliarden Euro, die bereits für das erste Quartal des neuen Jahres geplant ist.

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