Der Coup des HPH

Hans Peter Haselsteiner am Gipfel seiner Karriere: Mit der Übernahme der deutschen Walter Bau lieferte der Bautycoon sein taktisches Meisterstück und etabliert sich in der Topliga.

Der Poker währte exakt sechs Wochen, wurde am Montag wenige Minuten vor Mitternacht mit Unterschriften besiegelt und verlangte sogar dem gewieften Hans Peter Haselsteiner alles ab.

Am 2. Jänner bat der 68-jährige Ignaz Walter, Chef des drei Milliarden Euro Umsatz schweren Augsburger Baukonzerns Walter Bau, um eine vertrauliche Unterredung in Wien. Haselsteiner, Boss der Bauholding-Strabag-Gruppe (37.000 Mitarbeiter, sechs Milliarden Umsatz 2004), erinnert sich: „Er hat mir gestanden, dass er in akuten Problemen steckt, und um eine Zusammenarbeit gebeten.“ Doch Haselsteiner, konzernintern respektvoll HPH genannt, lehnte dankend ab.
Dann ging alles Schlag auf Schlag. Am 1. Februar, Haselsteiners 61. Geburtstag, musste Konkurrent Ignaz Walter den Gang zum Konkursrichter antreten. 9.000 Mitarbeiter zitterten um ihre Jobs. Reaktion Haselsteiners, dem Übernahmegelüste nachgesagt wurden: „Ich bedaure, dass es zu keiner anderen Lösung gekommen ist.“

In Wahrheit setzte nach der Konkurseröffnung ein heftiges Tauziehen um die möglichst wohlfeile Übernahme der attraktivsten Teile von Walter Bau ein. Haselsteiners wichtigster Verhandlungspartner: Bernd Fahrholz, Exchef der deutschen Commerzbank.

Am Montag kurz vor Mitternacht war der Deal schließlich perfekt. Die Bauholding Strabag schluckt eine eigens von Masseverwalter Werner Schneider gegründete Dywidag Holding GmbH, bestehend aus vier Tochtergesellschaften, die es mit rund 4.100 Mitarbeitern auf 1,2 Milliarden Euro Umsatz bringt – und Haselsteiners Imperium mit 7,2 Milliarden endgültig in die europäische Topliga der Branche katapultiert. Der Kaufpreis wird von Insidern auf knapp 100 Millionen Euro geschätzt.

Sichtlich gezeichnet von den Strapazen der vergangenen Tage, rekapituliert HPH zufrieden: „Ich kann nicht verhehlen, dass die jetzige Lösung aus Risikogesichtspunkten günstiger ist.“

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