Der Chefkoch der Briten

Attila Dogudan, Österreichs Catering-König, kocht exklusiv für British Airways. Der erste Schritt im Do&Co-Plan zur globalen Marke.

Der Meister agiert konzentriert wie immer. Mit entschlossenem Blick dreht er seine Runden durch die Stände, in denen sich die Leckerbissen türmen: eine kleine Korrektur hier, eine knappe Anweisung da. Er räumt selbst Teller ab, wenn das Personal außer Reichweite ist. Und quittiert die Huldigungen mit dem immer gleichen Lächeln, wenn blondierte Society-Damen näseln: „Also Herr Dogudan, es war wieder sooo köstlich.“

Dabei gingen dem österreichischen Cateringkönig Attila Dogudan im VIP-Bereich des Klagenfurter Beachvolleyballturniers am vorletzten Wochenende ganz andere Gedanken durch den Kopf, als mit der Prominenz zu posieren. Sein wichtigstes Projekt seit der Entscheidung für die Kooperation mit Lauda-Air 1987 stand kurz vor dem Finale; ein Plan, der ihn Jahre beschäftigt hatte. Der Vertrag zwischen Dogudans Firma Do&Co und British Airways war fast fertig verhandelt. Ein paar winzige Details fehlten noch – und eine Unterschrift. Die kam in dieser Woche.

Es geht nicht um Peanuts. Befreit von der Anspannung, gerät der sonst so nüchterne Attila Dogudan, 43, ins Schwärmen: „Für uns ist das ein gewaltiger Schritt, ein superwichtiger Deal.“ Es geht nicht um Peanuts im Flieger. Ab Ende Oktober wird Do&Co von London aus die Business Class und die First Class aller Europaflüge der British Airways (BA) verpflegen: 180 Flüge pro Tag, 1,8 Millionen Essen pro Jahr.

Persönliche Genugtuung nach den Anfeindungen. Mit dem Coup schafft der börsennotierte Gastronomiemulti im Airlinesgeschäft, was ihm im Eventcatering durch die Formel 1 gelang: mit einem Schlag ein echter internationaler Player zu werden. „Wenn uns die British in ihrer Heimbasis London auswählt“, analysiert Dogudan, „dann erregt das in der Branche weltweit Aufmerksamkeit.“ Immerhin ist die BA Europas größte Fluglinie und die Nummer fünf der Welt. „Das bedeutet auch eine persönliche Genugtuung für mich, weil es so oft geheißen hat, dass wir nur zum Zug kommen, weil der Niki Lauda mein Freund ist. Das kann niemand mehr behaupten.“

1999 präsentierte Do&Co bei British Airways Konzepte für die anspruchsvolle Klientel der Concorde. Die Wiener erhielten zwar nur ein paar kleine Brocken – sie lieferten Desserts in New York. Doch der „Qualitätsfanatiker“ Dogudan fiel BA-Boss Rod Eddington auf. Es folgten Cateringaufträge in Wien, Deutschland und Miami. Für den großen Wurf musste Dogudan erst ein paar Jahr rackern.

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