Der Anwalt fürs große Geld

Als Anwalt sitzt Rudolf Fries in den Stiftungen reicher Klienten, das Geld der eigenen Familie investiert er in Firmenanteile. Derzeit hat er Freude mit Eybl und Zoff bei Böhler.

Im Büro stapeln sich riesige Stöße Papier, auch auf dem Boden. Mit schmucklosen Deckblättern hat Anwalt Rudolf Fries die Unterlagen verschiedenen Firmen zugeordnet: Böhler-Uddeholm, Engel oder Eybl. Von hier aus, einem Raum seiner Kanzlei schräg gegenüber dem Spielkasino Baden, verwaltet der 46-Jährige die umfangreichen Firmenbeteiligungen der Familie Fries. Rund 18.000 Mitarbeiter beschäftigen die Unternehmen, die sie kontrolliert oder an denen sie namhafte Anteile hält.

Um das traditionelle Anwaltsgeschäft kümmert sich Rudolf Fries nur noch wenig: „Das machen meine Frau und die Partner.“ Er selbst sitzt „nur“ im Vorstand Dutzender Privatstiftungen, die mit großen Vermögen hantieren. Doch während seine betuchten Klienten meist traditionelle Anlagen etwa in Fonds bevorzugen, steckt Fries das eigene Geld lieber in Beteiligungen. „Wir könnten unser Geld auch wie andere quer über den Globus jagen. Ich müsste es dann Leuten anvertrauen, die ich nicht kenne. Da nehme ich lieber industrielles Risiko“, sagt Fries im Interview.

Neuausrichtung des Autozulieferers Eybl ist gelungen. So wie beim Autozulieferer Eybl International. Der Konzern, an dem die Familie Fries aus dem oberösterreichischen Schwertberg mehr als 52 Prozent hält, eröffnet diese Woche ein neues Produktions- und Logistikzentrum in Ungarn, in das zwölf Millionen Euro investiert wurden. Aus dem Sanierungsfall, der Eybl beim Fries-Einstieg 2001 war, entwickelte sich ein „strategischer Lieferant für Kunden wie VW, Daimler und BMW“. Die Stoff- und Lederbezüge für Autositze werfen wieder schöne Gewinne ab. Nachdem sich der Kurs weit mehr als verdoppelt hat, ist das Paket von Fries heute 40 Millionen Euro wert.

Der aus begüterten Verhältnissen stammende Jurist heuerte nach dem Studium bei der renommierten Wirtschaftskanzlei von Franz Eckert in Baden an und heiratete später dessen Tochter Christa – heute firmiert die Sozietät unter Eckert & Fries. Ab 1995 begann Rudolf Fries, sich in Firmen einzukaufen. Der erste Versuch, die Sanierung des Brillenherstellers Carrera-Optyl in Traun, endete in einem Flop. Im Jahr 2000 gelang ein spektakulärer Coup.

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