Das Wett-Monopoly - Kampf um die Zocker! Staat gegen Privat: bwin - Die Hintergründe

Der Fall bwin: Im 180 Milliarden Dollar schweren Glücksspielmarkt tobt der Kampf Staat gegen Privat. Es geht um Hunderte Millionen Euro an Steuern. Gekämpft wird auf allen Ebenen und mit allen Mitteln. Doch die Monopole wackeln.

Schweiß und Tränen – nur das Blut fehlte noch nach der Einvernahme des bwin-Chefs Norbert Teufelberger vergangenen Montag im Landesgericht von Nanterre, zehn Kilometer westlich von Paris. Schwer gezeichnet stürzte der 41-jährige Vorstand des heimischen Internet-Wettanbieters aus der nur wenige Quadratmeter großen Verhörkammer des französischen Untersuchungsrichters Jean-Marc Cathelin in die Arme seines Anwalts und langjährigen Freundes Thomas Talos. „Jetzt keine Presse“, bat Teufelberger, ehe er durch einen Hinterausgang aus dem Gebäude flüchtete – und so den vor dem „Palais de Justice“ in Stellung gebrachten ORF-Kameras entkam.

Vier Tage haben die bwin-Chefs Manfred Bodner und Norbert Teufelberger in französischem Gewahrsam verbracht. Ihre spektakuläre Festnahme bei der Pressekonferenz vergangenen Freitag in Nizza sorgte weltweit für Aufsehen. Die Anklage: Verstoß gegen das französische Glücksspielgesetz. Eine fatale Kettenreaktion war die Folge. Kurz nach dem Bekanntwerden der Festnahme fiel die bwin-Aktie ins Bodenlose. Noch am Freitag wurde das Papier vom Handel an der Wiener Börse ausgesetzt. Erst am Dienstag wurde die bwin-Aktie wieder zugelassen und stürzte gleich in den ersten Minuten um weitere 26 Prozent ab, konnte sich aber im Tagesverlauf auf ein Minus von 17 Prozent retten.

Die beiden Top-Vorstände mussten sogar noch das Wochenende im französischen Knast in Nizza verbringen und wurden erst am Montag wieder auf freien Fuß gesetzt – gegen eine Kaution von insgesamt 600.000 Euro. Jetzt fragt sich die europäische Öffentlichkeit, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Sind die beiden bwin-Chefs Teufelberger und Bodner Kriminelle oder aber Opfer der staatlichen Glücksspielmonopolisten? Bauten sie ihr Unternehmen auf einer rechtlich sicheren Basis auf, oder sind sie windige Geschäftemacher, die es bisher geschickt verstanden haben, im rechtlichen Graubereich ein Milliardengeschäft aufzuziehen?

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