„Das Weinbusiness ist einzigartig“

Im Exklusivinterview philosophiert der italienische Weinpapst Marchese Piero Antinori über Erfolg, Familie und seine Spitzenweine.

Wie redet man einen Marchese korrekt an? „Bei uns sind Titel abgeschafft“, lächelt der grauhaarige Herr, der einem Prospekt für feine Maßanzüge entsprungen scheint. „Ich bin Piero Antinori.“ Einen Titel trägt der 66-Jährige dennoch – er gilt als ungekrönter König des italienischen Weines. Auf 1.830 Hektar, davon 1.100 Hektar in der Toskana, werden rund zehn Millionen Flaschen besten Rebensafts produziert. Doch es ist nicht die Größe des Landes, die Antinori zu einem Großen des Weines macht. Er gilt mit seinem „Tignanello“ als Begründer einer önologischen Revolution in Italien, die zur Entwicklung der so genannten „Super-Toskaner“ führte.

Aus dem Hause Antinori kommen neben Wein auch Grappa, Olivenöl und andere landwirtschaftliche Produkte – und die drei Luxusrestaurants Cantinetta Antinori in Florenz, Zürich und Wien. Das zehnjährige Jubiläum der Wiener Dependance, des ersten wirklichen Top-Italieners der Stadt, war auch Anlass für den Aufenthalt des Marchese in Österreich – und für das FORMAT-Exklusivinterview.

Piero Antinori, der das Unternehmen 1966 von seinem Vater übernahm, ist Winzer in 26. Generation. 1385 trat sein Urahn der Gemeinschaft Florentiner Weinproduzenten bei, seit 1506 – Michelangelo hatte eben seinen „David“ vollendet – wohnt die Familie im Renaissancepalast in Florenz. Antinori leitet heute einen internationalen Konzern, sieht sich aber eher als Weinmacher denn als Manager: „Ich habe zwar Wirtschaft studiert und früher sehr viel Gewicht auf Marketing und Controlling gelegt, aber je älter ich werde, desto mehr werde ich Winzer.“

Format: Herr Antinori, wenn Sie in einem Hotel einchecken und Ihren Pass zeigen, kommt es da oft vor, dass man Sie fragt: Sind Sie der mit dem Wein?
Antinori: Ja, das passiert öfters und manchmal auch an sehr abgelegenen Orten, wo man es nicht erwarten würde.
Format: Freut Sie das, oder ist es Ihnen eher lästig?
Antinori: Es freut mich, und es macht mich auch ein bisschen stolz. Ich habe mein Leben lang dafür gearbeitet, unsere Weine besser und bekannter zu machen. Wenn ich also in einem Restaurant, wo ich es am wenigsten erwarte, weit weg von zuhause, eine Flasche von unserem Wein sehe, dann ist das eine große Befriedigung für mich. Das ist eine der vielen Formen, durch die man in unserem Geschäft belohnt wird.

Das komplette Interview mit dem italienischen Weinpapst lesen Sie im neuen FORMAT

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