„Das falsche Schwein“

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider über seine Koalition mit der ÖVP, seine potenziellen Nachfolger und seine Pläne für die Zukunft

Jörg Haider sitzt auf dem Bootssteg des Café Lido am Wörthersee, er trägt, und das ist bei Jörg Haider immer wichtig, einen zurückhaltenden grauen Anzug mit Kärntner Wappen am Revers und versucht ganz so zu wirken, als hätte er seine Rolle gefunden. Seit 1999 ist er Landeshauptmann von Kärnten, ein Job, der, wie er sagt, „sein Lebenstraum“ ist. Am Vormittag hatte er einen Termin in Villach absolviert, am Nachmittag wird er nach Graz auf eine Geburtstagsparty fahren, und abends, wenn der italienische Schmusebarde Zucchero auf der Seebühne auftritt, wird sich Haider wohl auch noch in die erste Reihe setzen.

Das, sagt Haider, 57, ist mittlerweile seine Welt – und er wirkt dabei ziemlich entspannt. Tatsächlich ist vom einstigen Chef-Populisten des Landes, einem der längstdienenden Spitzenpolitiker des Landes, bundesweit derzeit wenig zu hören. Haider mischt sich nicht mehr ein, seine Wortmeldungen betreffen fast ausschließlich Kärntner Themen, und auch die Politik des Bundes-BZÖ scheint ihn kaum zu tangieren. Ein FORMAT-Sommergespräch über die Situation des BZÖ, den Unterschied zwischen Alfred Gusenbauer und Wolfgang Schüssel – und den langen Abschied aus der Politik.

FORMAT: Herr Landeshauptmann, in Wien hat man in den vergangenen Monaten ziemlich wenig von Ihnen gehört. Beinahe haben wir uns schon Sorgen gemacht. Geht es Ihnen gut?
Haider: Es geht mir sogar sehr gut. Ich lebe hier in Kärnten, im schönsten Bundesland Österreichs, ich mache hier vernünftige Politik. Ich kann hier ein Land regieren, ein Land weiterentwickeln, und das gelingt uns in Kärnten sehr, sehr gut. Und ganz ehrlich: Ich habe 15 Jahre Oppositionspolitik gemacht, wollte die Leute aufwecken, ihnen zeigen, dass es eine Alternative zu Rot und Schwarz gibt. Jetzt kann ich das hier in Kärnten umsetzen. Diese Konzentration auf Kärnten reizt mich sehr, wenn ich ehrlich bin. Und ich glaube auch, dass ich hier für die österreichische Politik mehr bewirken, mehr bewegen kann, als wenn ich Oppositionspolitiker in Wien wäre.

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