Das Rennen um die Hofburg:
Wen die Wirtschaft wählt

Österreichs Top-Manager und Unternehmer haben schon gewählt: In einer FORMAT-Umfrage sagen sie, warum sie am 25. April Benita Ferrero-Waldner oder Heinz Fischer zum Bundespräsidenten küren werden.

Benita Ferrero-Waldner: zwölf Jahre Angestellte in einem deutschen Textilunternehmen, Diplomatin in Madrid, Paris und Dakar, Protokollchefin der UNO in New York, seit 1995 in der Politik. Heinz Fischer: Parlamentsmitarbeiter, SPÖ-Sekretär, Abgeordneter, Wissenschaftsminister, Parlamentspräsident, seit 32 Jahren in der Politik. Unterschiedlicher könnten die Lebensläufe der Kandidaten kaum sein, und doch haben die beiden eines gemeinsam: Am 25. April möchte jeder der beiden Bundespräsident der Republik Österreich sein.

Wer tatsächlich das Rennen macht, ist noch offen. Doch eine Frage kann jetzt schon beantwortet werden: Was bringt der Bundespräsident eigentlich der Wirtschaft?

Als Türöffner wird er gerne bezeichnet, als Geschäftsanbahner, als einer, der international die Verbindungen herstellt – vor allem die ÖVP sieht das so, und das wohl auch deswegen, weil dann sowohl die Sprachkenntnisse als auch die Wirtschaftserfahrung ihrer Kandidatin besser zum Tragen kommt.

Doch ob der Präsident der Schlüssel zum großen Geschäft ist, da sind sich Österreichs Top-Manager nicht so sicher. Man solle die Rolle des Staatschefs nicht überbewerten, meint etwa Karl Büche, Chef des Brauriesen BBAG: „Die Spitzen der Diplomatie treffen sich in der Hofburg, die Spitzen der Wirtschaft am Verhandlungstisch. Das muss man trennen.“ Angebahnt und abgewickelt werden seiner Meinung nach die Geschäfte von den Unternehmen selbst, auch wenn, so Büche, „diplomatische Unterstützung in einigen Fällen durchaus hilfreich sein kann“.

Vor allem in Süd- und Osteuropa, aber auch in Asien und Lateinamerika mache präsidentielle Unterstützung durchaus Sinn, sagt Nationalbank-Gouverneur Klaus Liebscher, der selbst übrigens Ferrero-Waldner wählen wird. Dort kann ein offizieller Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Schlepptau des Präsidenten das eine oder andere Geschäft durchaus vorantreiben.

Positive Erfahrung mit Wirtschaftsdelegationen samt Hofburg-Regenten hat auch Baumax-Gründer Karlheinz Essl gemacht. „Vor allem in Osteuropa“, so Essl, „und vor allem, wenn es um Probleme bei Genehmigungen oder Umwidmungen geht, da kann der richtige Ansprechpartner sehr hilfreich sein.“

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