Das geheime Gutachten: Bank Burgenland will BA-CA klagen

Ein Gutachten der Bank Burgenland behauptet Schadenersatzansprüche gegenüber der BA-CA. Streitwert: 150 Mio. Euro. Das Land droht jetzt mit Klage gegen die BA-CA.

Die Bank Burgenland (BaBu) musste heuer ein besonderes Fastenopfer bringen: Denn eine 15-köpfige Reisegruppe, bestehend aus Mitarbeitern und Geschäftspartnern der BaBu-Leasing, ließ es sich auf Mauritius im Indischen Ozean so richtig gut gehen. Die Rechnung für den einwöchigen Urlaub im Luxushotel mit Swimmingpool, Tauchgang und Cocktails am Strand übernahm die Bank – Kostenpunkt: 40.000 Euro.

Mauritius trotz Millionenrisiko. Was den BaBu-Vorstand neben der saftigen Hotelrechnung besonders verärgerte: Die Mauritius-Truppe hatte der Bank hochriskante Leasinggeschäfte eingebrockt, die jetzt mit einem Minus von 8,5 Millionen Euro in die aktuelle Bilanz fließen. BaBu-Chef Wolfgang Ulrich: „An den Millionärsstrand zu fahren, während die Bank aus Steuergeldern saniert wird, ist ungeschickt und falsch.“

Die teure Mauritius-Reise und die an den Risikomanagern vorbeigeschummelten Leasing-Deals kamen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung ans Tageslicht. Der renommierte Wirtschaftsanwalt und BaBu-Aufsichtsratschef Christoph Herbst: „Da sind Geschäfte mit einem Barwert von 8,5 Millionen Euro getätigt worden, die über das normale Risiko hinausgehen. Dafür müssen wir nun Rückstellungen bilden.“

Obwohl die Mauritius-Affäre einen störenden Schatten auf die laufende BaBu-Privatisierung wirft, haben die Burgenländer auch Grund zur Freude. Denn BaBu-Chef Ulrich erhielt kürzlich willkommene Post: das vor neun Monaten von ihm in Auftrag gegebene „Rechtsgutachten zur Beurteilung der Ansprüche der Bank Burgenland gegen die Bank Austria Handelsbank“, eine Tochter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Der Linzer Universitätsprofessor Peter Rummel prüfte Schadenersatzansprüche gegen die BA-CA nach der Pleite des Baukonzerns Howe im Jahr 2000.

Das Resultat der 43-seitigen, FORMAT exklusiv vorliegenden juristischen Untersuchung: Zwischen der Bank Austria Handelsbank AG (BAHAG) und den Schäden der Bank Burgenland aus der Kreditvergabe an die Howe-Gruppe besteht ein unmittelbarer schadenersatzrechtlicher Zusammenhang.
Denn mit zweifelhaften Garantieerklärungen und Nebenabsprachen sollen die damaligen BAHAG-Vorstände das betrügerische Verhalten des früheren BaBu-Vorstands unterstützt haben. Wertberichtungen wurden so laut Gutachten verhindert: „Das ermöglichte dem damaligen Vorstand der Bank Burgenland, weitere Pflichtverletzungen bei der Vergabe von Krediten zu begehen.“

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