Das große Fressen

Die Refco-Affäre eskaliert: Laut US-Klagen soll die Bawag in den vergangenen Jahren von Bennett direkt für Bilanztricks missbraucht worden sein.

Johann Zwettler vermag sich nicht so richtig zu freuen: Seit Mittwoch steht fest, dass die im Alleineigentum des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) stehende Bawag bei der Riesenpleite des amerikanischen Brokerhauses Refco doch nicht der größte Gläubiger ist – sondern mit 451 Millionen Dollar nur Platz zwei belegt.

Bawag-Boss Zwettler fand zuvor schon wenig Trost in der Tatsache, dass es sich beim Refco-Desaster nicht um die viertgrößte Pleite der US-Wirtschaftsgeschichte handelt: Laut aktuellem Befund des New Yorker Insolvenzgerichtes schrumpften die Schulden des bankrotten Wertpapierhauses innerhalb zweier Tage von 48 auf nur 16,8 Milliarden Dollar (und das Vermögen auf 16,5 Milliarden), in der Pleitenstatistik ist das derzeit Platz 14.

Die akut schlechte Laune des 64-jährigen Bawag-Chefs basiert auf ständig neuen Schreckensmeldungen aus Übersee. Seit Zwettler in der Nacht von 9. auf 10. Oktober einen 350-Millionen-Euro-Kredit in Richtung New York freigegeben hat, steuert die Bank mit Vollgas auf ein gewaltiges Finanzfiasko zu.

Ex-Refco-Chef und Bawag-Kreditnehmer Phillip R. Bennett, 57, dem wegen Betruges 20 Jahre Haft drohen, könnte seine langjährigen ehemaligen Geschäfts- und Du-Freunde im achtköpfigen Bawag-Vorstand nun mit in den Abgrund reißen.

Zwischenbilanz in Woche drei des Refco-Krimis: Die Chancen der Gewerkschaftsbank, ihre Ausleihungen in der Gesamthöhe von 425 Millionen Euro je wiederzusehen, pendeln hart gegen null.

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