Codename Wully: Die Polizei-Protokolle der Elsner-Sekretärin

Bawag exklusiv: Die Zeugenaussage von Helmut Elsners Sekretärin Sandra Rogatsch bringt neue Dynamik in die Bawag-Ermittlungen. Und ein bislang unbekanntes Wertpapierdepot der Familie Verzetnitsch beschäftigt nun den Wiener Staatsanwalt.

Es gab genug zu tun für sie: Den Swimmingpool im Penthouse inspizieren, den Humidor (Zigarrenkasten) mit Wasser versorgen, Premierentickets für die Staatsoper abholen oder mit dem Labrador-Hund „Monti“ Gassi gehen. Auch über Privatkontobewegungen, Kreditkartenabrechnungen und Weihnachtsgeschenkelisten musste die blonde HBLA-Absolventin penibel Buch führen.

Denn das war das außergewöhnliche Anforderungsprofil der 34-jährigen Sandra Rogatsch als Privatsekretärin von Helmut Elsner. Eine Tätigkeit, die die gebürtige Fürstenfelderin seit 1999 ausübte und die sie zur wohl engsten Vertrauten des derzeit in U-Haft befindlichen Ex-Bawag-Generaldirektors machte.

„Ich hatte mit Elsner ein persönlich sehr angenehmes Verhältnis, das sicher enger war, als es Elsner zu anderen Sekretärinnen hatte, dies vermutlich auch aus dem Grunde, weil ich auf seinen Hund aufpasste und zu diesem einen besonderen Zugang hatte“, gab Rogatsch am 27. Juni 2006 zu Protokoll – wenige Stunden nachdem ein Polizeikommando im Rahmen einer Hausdurchsuchung kiloweise Aktenordner und Computer-Festplatten beschlagnahmt hatte: „Ein persönliches Verhältnis hatte ich mit ihm nicht.“

Dieser ersten zeugenschaftlichen Einvernahme durch das Bundeskriminalamt folgten weitere Verhöre in Bonisdorf, Feldbach und Mogersdorf. Deren Inhalte sind in fünf FORMAT exklusiv vorliegenden Niederschriften zusammengefasst. Auf insgesamt 36 Seiten gewähren die Protokolle der Elsner-Sekretärin gänzlich neue Anhaltspunkte für die Bawag-Anklage: Darunter etwa die Geschenkvergabepraxis des Helmut Elsner, die freundschaftliche Beziehung zwischen Johann Zwettler und Refco-Boss Phillip Bennett, aber auch pikante Details aus dem Luxusleben der Familie Elsner in Frankreich. Außerdem berichtet Rogatsch über ein fragwürdiges Wertpapierkonto, das laut Protokoll dem ehemaligen ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch zuzuordnen ist.

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