CO2-Steuer in der EU würde CO2-Effizienz stimulieren

Die EU-Kommission plant eine deutlich höhere Besteuerung für Pkws mit hoher CO2-Emmission. Vier Umwelt- und Auto-Experten diskutieren.

Die Mitglieder des Europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA stellen sich engagiert der Herausforderung des Klimaschutzes. Wie die Kommission 2006 in der Mitteilung über Fortschritte bei der CO2-Reduzierung hervorgehoben hat, haben die Hersteller einen signifikanten Beitrag zur Erreichung der Kyoto-Ziele geleistet.

Mit einer Verringerung des CO2-Ausstoßes von 13 Prozent ist die Fahrzeugtechnologie die einzig erfolgreiche Säule des 3-Säulen-Ansatzes des EU. Keine der anderen beiden Säulen, weder Steuern (nicht implementiert) noch Kennzeichnungspflicht (zu fragmentiert), haben einen spürbaren Beitrag zur CO2-Minderung geleistet. Obwohl CO2-Effizienz auf der Angebotsseite verfügbar ist, geht die Nachfrage zu größeren und schwereren Fahrzeugen. Trotz technischer Verbesserungen in Bezug auf Aerodynamik und Leichtbau lief dieser Trend (gemeinsam mit mancher Anforderung zu Luftqualität und Sicherheit) CO2-Minderungen entgegen. Deshalb setzt sich ACEA für
eine CO2-basierte Besteuerung ein.

Die Politik muss ihren Beitrag leisten und durch europaweit einheitliche CO2-Steuern die Nachfrage nach CO2-Effizienz stimulieren. „Nationale Steuersouveränität“ darf nicht als Ausrede gelten. Die heutigen nationalen Systeme fragmentieren den Markt und sollten einkommensneutral auf eine linear-progressive CO2-Steuer umgestellt werden, bei der Technologieneutralität für Wettbewerb um die besten Lösungen sorgt – hierin sind sich alle europäischen Pkw-Hersteller einig.
Gleichzeitig sollten CO2-basierte Steuern auf alternative Kraftstoffe Anreize für weitere CO2-Effizienz bieten. Der Fokus der Politik darf nicht nur auf teurer Fahrzeugtechnologie liegen, sondern muss kosteneffizientere Maßnahmen bei Biokraftstoffen, Fahrverhalten, Infrastruktur einschließen. Wichtig ist, dass Produktdiversität und Kundenwahl gewährleistet bleiben. So können wir den CO2-Ausstoß senken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie wahren.

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