Claudia Hönigsberger, die Bank Erbin

Nach dem Tod von Karin Wlaschek halten ihre Tochter Claudia Hönigsberger und deren Mann Thomas die Mehrheit an der M&A-Privatbank.

Mitte dieser Woche traf sich eine honorige Runde, darunter der frühere Bank-Austria-Chef René Alfons Haiden und Bierbaron Engelbert Wenckheim, in den Räumen der M&A Privatbank in der Wiener Renngasse 6–8. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand die einzige Dame der Runde, die von den Herren Aufsichtsräten in ihr Gremium kooptiert wurde und demnächst als Mitglied in das Kontrollorgan einziehen wird.

Claudia Hönigsberger, 37, hat sich bisher noch nie groß in Bankbilanzen vertieft. In der M&A Privatbank AG wird sie künftig trotzdem eine zentrale Rolle spielen. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter Karin Wlaschek ist Claudia Hönigsberger jetzt gemeinsam mit ihrem 39-jährigen Mann Thomas Mehrheitseigentümerin der M&A-Bank. Sie ist die Begünstigte der Karin Privatstiftung, wo die verstorbene Ehefrau von Billa-Gründer Karl Wlaschek ihre 29,5 Prozent an dem Geldinstitut eingebracht hat. 21 Prozent besitzen die Hönigsbergers direkt.

„Meine Mutter hat immer intensiv die Wirtschaftszeitungen verfolgt, ich muss damit erst beginnen“, versucht Claudia Hönigsberger erst gar nicht, die Finanzexpertin zu geben. Für die zierliche junge Frau kommt die Situation ziemlich unerwartet: „Bis jetzt habe ich mich ganz auf meinen Mann verlassen.“

Der ist gelernter Investmentbanker und Mitbegründer der M&A Privatbank. Das kleine, aber feine Institut verwaltet 500 Millionen Euro vermögender Privatkunden und trat schon bei mehreren großen Deals ins Rampenlicht. So half sie dem Konsortium des Badener Rechtsanwalts Rudolf Fries beim Kauf einer Sperrminorität am Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm. Für Mirko Kovats organisierte die Bank die Finanzierung für dessen Einstieg bei der VA Tech.

Die harte Realität: nackte Zahlen statt Mode. Eine Erbin, die nur Entscheidungen von anderen abnickt, will Claudia Hönigsberger in der M&A-Bank nicht bleiben: „Ich will alles selbst verstehen. Ein Crashkurs kann nicht schaden, damit ich eine ordentliche Bankiersfrau werde.“

Ihre Passion sind die nackten Zahlen nicht. Hönigsberger besuchte drei Jahre lang die Modeschule Hetzendorf und studierte in Italien Design: „Ich hatte immer schon eine große Affinität zur Mode.“ In diesem Bereich machte sie auch die ersten Erfahrungen als Unternehmerin. Sie übernahm von ihrem Stiefvater Karl Wlaschek gemietete Räumlichkeiten und eröffnete in der Wiener Kärntner Straße 28 das Textilgeschäft „Le Petit Chou Classic“.

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