Chance zum Dialog nutzen, statt sie zu verteufeln!

Randale zu Beginn, Konferenzfoto am Ende: Was können die Meetings der angeblich mächtigsten Staatenlenker der Welt überhaupt erreichen?

Auf die globalen Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel, Terrorismus, Armutsbekämpfung und eine gerechtere Teilhabe am Wohlstand – kann es letztlich nur globale Antworten geben. Der primäre Ort für Lösungen ist die UNO, sie gilt es zu stärken. Wir leiden nicht an zu viel, sondern an zu wenig zielgerichtetem Dialog. Wem die Gefahren der Globalisierung und des Unilateralismus ein ernsthaftes Anliegen sind, der sollte konsequent eintreten für Multilateralismus und Dialog – durchaus auch mit NGOs und im G8-Format. Und jedenfalls gegen Gewalt.

Manche Kritiker sprechen von einer „geschlossenen Veranstaltung ohne jede Transparenz“. Tatsächlich kommt es beim Gipfel über Initiative von Angela Merkel zu einem Dialog der führenden Industrienationen mit Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika. Außerdem wird mit den Präsidenten Ägyptens, Algeriens, Äthiopiens, Ghanas, Nigerias und des Senegal über Maßnahmen im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung in Afrika beraten. Wäre es denn besser, nicht mit ihnen zu reden? Ein solches Treffen schlicht als „illegitimes oligarchisches Gebilde“ abzutun, gegen das man „Widerstand“ leisten müsse, ist billig. Oder tritt hier das zynische Züchten von Feindbildern an die Stelle einer rationalen Suche nach besseren und gerechteren Lösungen? Verschwinden Sachanliegen und Inhalte hinter hohler Selbstinszenierung als Ideologieersatz?

Stichwort Klimaschutz: Die EU ist auf diesem Gebiet Vorreiter. Aber für 86 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen ist sie nicht verantwortlich. Ohne umfassende langfristige Vereinbarungen, gerade auch mit den USA und den Schwellenländern, gibt es keine nachhaltigen Lösungen. Kein Erdteil leidet heute mehr an den Folgen des Klimawandels als Afrika. Und Afrika wird dieses Problem ohne die Hilfe der großen Industrienationen nicht bewältigen. Es wäre blauäugig, von einem Treffen wie Heiligendamm automatisch große Durchbrüche zu erwarten. Aber auch Gipfel bieten eine ernst zu nehmende Chance zu jenem internationalen Dialog, an dem wir alle ein so dringendes Interesse haben. Wir sollten sie nützen, statt sie zu verteufeln.

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Andreas Salcher

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