Bundeswettbewerbsbehörde: Grünes Licht für Adeg-Übernahme durch Rewe-Gruppe

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) will Rewe beim geplanten Kauf von 24,9 Prozent an Adeg grünes Licht geben. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. In voraussichtlich zwei Wochen ist laut BWB-Sprecher Stefan Keznickl mit einem offiziellen Ersturteil in der Causa zu rechnen.

Laut FORMAT-Rercherchen steht bereits fest, dass die Übernahme von 24,9 Prozent an Adeg mit strengen Auflagen einhergeht. So soll etwa der Zahlungsverkehr der Adeg-Lieferanten nicht mehr über Rewe abgewickelt werden. Grund dafür ist, dass die Rewe-Gruppe von den Lieferanten zu günstigeren Konditionen kaufen kann als die weniger kreditwürdige Adeg, woraus ein Wettbewerbsvorteil entsteht. Zudem hält es die BWB für bedenklich, dass die Rewe Einblick in die Rechnungen eines Großteils der Adeg-Lieferanten hat. Rewe könnte so die Konditionen der Lieferanten für Aktionen, Mengen und Jahresvolumina ablesen und womöglich weitere Wettbewerbsvorteile generieren.

Rewe bereits mit 24.9 % dabei
BWB-Sprecher Keznickl bestätigt die FORMAT-Recherchen: "Es gibt noch viele andere wunde Punkte in der Vereinbarung zwischen Rewe und Adeg, aber die Erwähnten sind Wesentliche davon." Schon im Vorjahr hat die Rewe Gruppe 24,9 Prozent an der Adeg AG übernommen und ist damit unter der kritischen Marke von 25 Prozent geblieben. Angesichts des novellierten Wettbewerbsrechts bedurfte die Übernahme keiner Anmeldung beim Kartellgericht und unterlag auch nicht der Fusionskontrolle. Vor allem Gerhard Drexel, Chef der Salzburger Lebensmittelkette Spar, bezeichnete die Allianz als "verbotenes Beschaffungskartell." (APA/red)

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