Brisant: Schwarze Tage für Grasser

Finanzminister Karl-Heinz Grasser war jahrelang über die Probleme der Hypo Alpe-Adria-Bank informiert – Reaktion: null. Das belegt ein streng vertraulicher Prüfbericht der Nationalbank.

Tausend Rosen („Mil Rosas“) heißt die Jacht der Industriellenfamilie Swarovski. Am Montag musste Finanzminister Karl-Heinz Grasser das bei Sardinien vor Anker liegende dunkle Holzschiff blitzartig verlassen. Exakt zwei Tage nachdem sein Sommerurlaub mit Ehefrau Fiona und ihren Kindern begonnen hatte, hieß es zurück nach Wien. Der Grund: Grasser geriet abermals ins Visier der Oppositionsparteien, weil er im August des Vorjahres einen vom Privatbankier Julius Meinl V. organisierten zweitägigen Jachturlaub mit Bawag-Skandalbanker Wolfgang Flöttl verbracht hatte – und das über mehrere Tage öffentlich abstreiten ließ: Die Palette der Grasser-Dementis reicht von „Es gab weder berufliche noch persönliche Kontakte zu Herrn Flöttl“ bis zu einem knappen „Schwachsinn!“.

„Tausend Rosen“, dachte sich der selbst ernannte „Mister Nulldefizit“, als er am Montagabend im „ZiB 2“-Interview Schadensbegrenzung betrieb: Das Treffen in der kroatischen Adria habe nun doch stattgefunden, aber es wurde – wie im Jetset üblich – nur Smalltalk geführt. Über Geschäfte, wie etwa Flöttl’sche Spekulationen mit Bawag-Geldern oder Meinl’sche Beratungsmandate aus staatlichen Aufträgen, wurde freilich kein Wort gewechselt. Der grüne Rechnungshofsprecher Werner Kogler: „Grasser ist ein Pinocchio-Minister, der immer wieder beim Lügen ertappt wird. Der Jachturlaub ist der jüngste Beweis dafür.“

Tatsächlich haben SPÖ, Grüne und Freiheitliche seit Beginn der „Adria“-Affäre ein nicht enden wollendes Trommelfeuer auf den Finanzminister eröffnet. Rechtzeitig zum Wahlkampf werden alle Verfehlungen aufgelistet, die die Marke KHG über die Jahre geschwächt haben: Von „Homepage“- über „Upgrade“- bis zur aktuellen „Bawag“-Affäre.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

Steinhoff Int. Holdings Gründer Bruno Steinhoff bei der Aufnahme des Möbelkonzerns an die Frankfurter Börse im Dezember 2015.

Geld

Schwarze Tage bei Kika/Leiner-Mutter Steinhoff - Aktie kollabiert

Politik

12-Stunden-Arbeitstag: ÖVP und FPÖ gegen Arbeitnehmervertreter

Steuern

Steueroasen: Ruf nach Steuerreform statt Schwarzer Liste