Bösendorfer: Symphonie in b-Moll

Die Bösendorfer GmbH baute zuletzt einen spektakulären Millionenverlust. Alleineigentümer Bawag sucht nun verzweifelt nach einem Käufer für die marode Klavierfabrik.

Ewald Nowotny beweist Konsequenz. Nachdem FORMAT in der Vorwoche über den Ausstiegsplan der Gewerkschaftsbank Bawag-P.S.K. bei Cosmos/Köck und Stiefelkönig exklusiv berichtete („Bawag gibt den Handel auf“), ließ der Bankgeneral diese Woche mit einer neuen Sensation aufhorchen: „Der Verkaufsprozess für die Klaviermanufaktur Bösendorfer wurde eingeleitet.“ Für den karenzierten WU-Professor ist der aktuelle Winterschlussverkauf ein logischer Schritt in der von ihm konzertierten Neupositionierung der drittgrößten Bank Österreichs: „Die Bawag wird langfristig keine Beteiligungen halten, die nicht zum Kerngeschäft einer Bank gehören.“

Der Abschied vom traditionsreichen Klavierhersteller Bösendorfer (Gründungsjahr: 1828), der neben dem Starpianisten Rudolf Buchbinder auch Hollywoodstars wie Richard Gere, Anthony Hopkins und Dustin Hoffman zu seinen Kunden zählt, kommt nicht überraschend. Während Ex-Bawag-General Helmut Elsner den Erwerb vor vier Jahren noch als „patriotisches Kunstinvestment“ rechtfertigte und dessen Nachfolger Johann Zwettler das Engagement als „einzigartiges Kunstsponsoring“ akzeptierte, zog Nowotny angesichts der tiefroten Bilanz 2005 nun endgültig die Notbremse.

Tatsächlich hat sich Bösendorfer zum veritablen Millionengrab für die Bawag entwickelt. Das geht aus einem FORMAT vorliegenden Antrag an den Bawag-Aufsichtsrat vom November 2005 hervor. In der neunseitigen Aufsichtsratsunterlage wird die Beteiligung mit insgesamt 23,1 Millionen Euro bilanziert. Weitere 7,7 Millionen wurden bis Ende 2005 in Form von Krediten ins Unternehmen gebuttert. Zusammen mit Leasingverträgen, Haftungen und Verlustzuweisungen summiert sich das Engagement auf rund 35 Millionen Euro.

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