Böhmdorfer bringt Anzeige vs. Bwin ein: FORMAT über gerichtliche Vorerhebungen

Der ehemalige Justizminister Dieter Böhmdorfer hat diese Woche beim Bundeskrimalamt Wien eine Strafanzeige gegen den börsenotierten Internet-Wettanbieter Bwin eingebracht. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Liste der Vorwürfe sind in der 16 Seiten starken, FORMAT exklusiv vorliegenden "Sachverhaltsdarstellung vom 18.10.2006 (AZ: 100/2006)" dokumentiert. Konkret wird behauptet, dass Bwin gegen die Paragrafen 165 ("Geldwäsche") und 168 ("Illegales Glückspiel") des Strafgesetzbuches vorstossen habe. Außerdem soll Bwin laut Böhmdorfer-Anzeige Umsatzsteuer, Spielbankabgaben und Körperschaftssteuer im Sinne des Paragrafen 33 Finanzstrafgesetz ("Abgabenhinterziehung") hinterzogen haben.

Als Auftraggeber von Dieter Böhmdorfer fungiert laut FORMAT die Omnia Communication Center GmbH, die im Einflußbereich des Ex-"Erfolg"-Herausgebers Gert Schmidt steht. Angezeigt werden nicht nur die Bwin-Vorstände Manfred Bodner und Norbert Teufelberger, sondern auch das Unternehmen selbst. Denn Böhmdorfer bezieht sich laut FORMAT erstmals auf das neue Verbandsverantwortlichkeitsgesetz (VbVG), wonach nun auch juristische Personen strafrechtlich verfolgt werden können.

Zudem berichtet FORMAT, dass die Staatsanwaltschaft Sankt Pölten unter der Aktenzahl 12 Ur 78/06i auf Basis anonymer Strafanzeigen gegen die Wett-Punkt GmbH und gegen die Admiral Sportwetten GmbH (Novomatic Group) wegen des Verdachts der Veranstaltung verbotenen Glückspiels ermittelt. Staatsanwalt Karl Fischer bestätigt die FORMAT-Recherchen: "Die gerichtlichen Vorerhebungen sind noch nicht abgeschlossen. Der Akt liegt beim Landeskriminalamt."

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