Blitzaufsteiger Kovats macht reinen Tisch

Dieser Tage wollte Mirko Kovats, 55, ein paar Details zu seiner neuen Industrieholding bekannt geben, die er in Kürze gründen wird. Eine lästige Causa veranlasste ihn jedoch abzuwarten. Der Industrielle, der auch 19 Prozent am VA-Tech-Konzern besitzt, liegt in einem Rechtsstreit mit den dortigen Gremien.

Bei einer von ihm erwirkten außerordentlichen Hauptversammlung im September brachte Kovats einige seiner Kandidaten für den Aufsichtsrat nicht durch, weil die VA-Tech-Statuten dafür eine Dreiviertelmehrheit vorsehen. Kovats legte Beschwerde ein: Das Gesetz verlangt nämlich nur eine einfache Mehrheit. Die Übernahmekommission prüft, ob der Unternehmer Recht bekommt. Bis zu einer Entscheidung meidet er öffentliches Aufsehen.

Was Mirko Kovats plant, zeichnet sich trotzdem deutlich ab. Der Mann, der in den letzten fünf Jahren kometenhaft zu einem der Stars in der heimischen Entrepreneur-Szene aufstieg, macht reinen Tisch. Aus seinem Beteiligungssammelsurium (siehe Organigramm) bringt er die industriellen Herzstücke in eine neue Kovats-Holding ein.

Rund um die Maschinen- und Anlagenbaufirmen EMCO, ATB und Austrian Energy & Environment entsteht ein Konzern „mit heuer 640 Millionen Euro Umsatz“. Ein Büro in Wien wird gerade gesucht: Kovats zieht entweder ins frisch renovierte Palais Coburg seines Freundes Peter Pühringer oder in ein neues Bürohaus nahe der Börse. Die Zentrale der Staatsholding ÖIAG in der Kantgasse, die im Februar frei wird, will Kovats nicht, obwohl ihm die Symbolik – Privatindustrieller löst Staat ab – durchaus schmeicheln würde: „Das Haus ist zu groß und zu unpraktisch.“

Und sicher zu teuer. Bisher verzichtete Sparmeister Kovats, fast immer mit Handy auf Achse, überhaupt auf jede Infrastruktur: „Künftig habe ich ein eigenes Sekretariat und Festnetzanschluss, halt alles, was Geld kostet.“

Mitte November präsentierte der Welthandelsdoktor auf Roadshows in der Schweiz seine Konzernstruktur internationalen Investoren, denn „wahrscheinlich 2005“ folgt ein Börsengang oder die Hereinnahme institutioneller Anleger. Kovats braucht frisches Kapital, um sein großes Ziel zu erreichen: „Die Gruppe auf über eine Milliarde Umsatz zu bringen.“ Dazu muss er weiter Firmen akquirieren. Der nächste Coup ist unterschriftsreif: die Übernahme der spanischen Tochter des insolventen Anlagenbauers Babcock.

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PLUS: Von null auf hundert
In nur fünf Jahren baute Kovats sein Industrieimperium auf und wurde zum Paradeunternehmer.

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