Blackout ist ein Warnzeichen an der Wand

Der Stromausfall am 4. November zeigt, wie fehleranfällig das europäische Netz ist. Wie verbessert Österreich seine Stromversorgung?

Auch wenn ich als Sprecher des Forums Versorgungssicherheit seit Jahren wie ein Wanderprediger darauf hingewiesen habe, wie wichtig es ist, die bestehende Infrastruktur der europäischen Übertragungsnetze auszubauen und an die Gegebenheiten des liberalisierten Marktes anzupassen, ist der Blackout vom 4. November 2006 für mich kein Grund zur Genugtuung. Aber es ist ein Beweis, dass wir keinesfalls Unrecht hatten mit unseren Forderungen.

Gleichzeitig macht ein Blackout noch kein Stromchaos – so wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Anders als zuletzt in den USA dauerte der Blackout nicht bis zu zwei Tage, sondern zwei Stunden – ein Beweis, dass es genügend Leistung und Übertragungskapazität gibt und der Stromausfall wahrscheinlich Ergebnis eines unglücklichen Zusammenwirkens vieler Faktoren war. Europas Stromversorgung ist (noch) sicher – ein Warnzeichen an der Wand ist der Blackout aber sicherlich.

Dazu nur ein paar Zahlen: Die im europäischen Fachverband der Strom- und Wärmeerzeugung organisierten Stromerzeuger repräsentieren derzeit eine Kraftwerksleistung von 487.000 Megawatt und haben kürzlich für die kommenden Jahre Kraftwerksneubauten mit einer Gesamtleistung von rund 130.000 Megawatt angekündigt, weil eine Steigerung des EU-Strombedarfs von etwa 35 Prozent bis 2030 erwartet wird. Daran wird kein Weg vorbeiführen, und das erfordert natürlich auch Investitionen in die Übertragungsnetze. Wer ein stabiles Netz will, der muss auch eines bauen (dürfen).

Dazu drei Punkte. Erstens: Österreich ist heute nicht mehr
in der Lage, sich vollständig selbst mit Strom zu versorgen, und hängt daher im Guten wie im Schlechten mit an den EU-Strippen. Zweitens: In Österreich gibt es selbst zur Beseitigung der wichtigsten Lücken keine Genehmigung. Drittens: Netze kosten viel Geld und müssen rentabel sein. Daher muss es langfristig Investitionssicherheit geben, damit die E-Wirtschaft ihre bereits mehrmals angekündigten Investitionen von 11,5 Milliarden Euro verwirklichen kann.

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