Biotreibstoff als Teil einer umfassenderen Klimapolitik

„Faktum ist, dass in der EU nur 1,5 Prozent des Getreides in die Treibstoffproduktion wandern.“

Biogene Treibstoffe sind sicher kein Allheilmittel, aber derzeit ein wichtiges Puzzlestück im Kampf gegen Klimawandel und Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen. Um die rasante globale Erwärmung eindämmen zu können, sind viele aufeinander abgestimmte und gebündelte Maßnahmen dringend notwendig. An erster Stelle stehen der sparsame Umgang mit Energie und eine Effizienzsteigerung durch intensive Forschung und Entwicklung. Außerdem brauchen wir eine Steuerreform, die ökosoziale Maßstäbe setzt, also den Energieverbrauch teurer macht, dafür aber den Faktor Arbeit stark entlastet. Faktum ist, dass derzeit in der EU gerade einmal 1,5 Prozent der Getreideernte in die Produktion von biogenen Treibstoffen wandern. Die Auswirkungen auf unsere Lebensmittelpreise können also nur dementsprechend gering sein. Die weitaus größeren Mengenziele in den USA müssen da schon kritischer beurteilt werden.

Faktum ist, dass beim Vergleich von umfassenden Ökobilanzen biogene Treibstoffe besser abschneiden als fossile Produkte. Zufrieden kann man damit aber noch lange nicht sein. Es braucht einen massiven Schub bei der Forschung und Entwicklung einer zweiten Generation biogener Treib­stoffe mit einer wesentlich besseren Gesamtbilanz. Drittes Faktum ist, dass die Erreichung unserer Klimaziele auf keinen Fall das Menschenrecht auf ausreichend ­Nahrung in ärmeren Ländern gefährden darf. Wir brauchen deshalb so schnell wie möglich gesetzliche Rahmenbedingungen, die weltweit eine Konkurrenz zwischen Nahrung und ­biogenen Treibstoffen verhindern. Ohne Nachhaltigkeits­kriterien auf internationaler Ebene wird eine zu intensive Produktion von biogenen Treibstoffen zu einem globalen Problem werden. In Europa gibt es derzeit genügend Flächen, die für den Nicht-Lebensmittelbereich zur Verfügung stehen. Diese sind verstärkt und nachhaltig zu nutzen. Nur mit diesem differenzierten Blick auf alle Möglichkeiten und Grenzen sowie rigorosem Energiesparen machen die angepeilten zehn Prozent Beimischung in Österreich tatsächlich einen Sinn.

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