Billigboom im Supermarkt

Laut einer neuen Studie erzielen Handelsmarken wie Billas Clever oder deSpar von Spar bereits 17 Prozent Marktanteil. Tendenz stark steigend.

Manche Kunden tun es verschämt, manche offen und manche schon ganz automatisch: Im Supermarkt greifen sie statt nach Markenartikeln immer häufiger zur jeweiligen Billigversion, den Eigenmarken der Handelsketten wie Clever (Billa) oder deSpar (Spar).

Diesen Trend belegt nun eine 150 Seiten starke Studie des Marktforschungsinstituts Fessel-GfK mit dem Titel „Handelsmarken in Österreich“. Kernaussage: Der Marktanteil der von Markenartikelkonzernen wie Unilever oder Procter & Gamble gefürchteten Handelsmarken ist seit 2000 von 13,5 Prozent auf 17,2 Prozent gestiegen.

Und damit haben die Günstiglabels ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft: In Deutschland liegt ihr Anteil bei 32 Prozent, in der Schweiz sogar bei fast vierzig. Studienautor Marcus Jurman: „In diese Richtung geht es auch in Österreich weiter.“

Erstaunliches Ergebnis der Studie: Trotz stetig steigender Akzeptanz von Clever und Co ist der Diskonter Hofer noch immer der Platzhirsch bei Eigenmarken. Bei Yoghurts mit dem Phantasienamen Milfina, Toilettenpapier (Morana) oder Tafelschokolade (Choceur) hält Hofer bei dreißig Prozent Reichweite. Anders ausgedrückt: Jeder dritte Österreicher kauft einmal im Jahr diese Produkte.

Auch das erfolgreichste Eigenmarkenwaschmittel (Tandil, neun Prozent Reichweite) stammt von Hofer. Tandil rangiert damit auf dem dritten Platz hinter Ariel und Persil (je rund 35 Prozent Reichweite).

Besonders stark ist auch die Billa-Biomarke Ja! Natürlich (Jahresumsatz: 200 Millionen Euro), die heuer zehn Jahre alt wird. Das Ja! Natürlich-Yoghurt schafft zwanzig Prozent Reichweite, jeder fünfte Österreicher kauft es einmal im Jahr.
Die am häufigsten als Eigenmarke gekauften Produktgruppen hat GfK-Studienautor Jurman ebenfalls erhoben: Ausgerechnet beim Produkt Butter nutzen die Kunden
den Preisvorteil am liebsten. Schon jede zweite in Österreich verkaufte Butter trägt das Logo einer Eigenmarke.

Hinter der Butter rangiert die Küchenrolle. Spar hat prompt darauf reagiert und ein Sortiment an Hygienepapieren mit dem romantischen Namen „Lovely“ eingelistet. Ladenhüter sind dagegen Wegwerfrasierer von Handelsmarken. Die haben gegen Labels wie Gillette oder Bic bei weitem noch keine Chance.

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